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Samstag, 21. Januar 2017
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Nikotin schädigt Samenzellen und vermindert Fruchtbarkeit von Männern

Nikotin schädigt Samenzellen und vermindert Fruchtbarkeit von Männern
Nichtrauchen ist bei Kinderwunsch nachweislich sinnvoll
(c) paulprescott72/iStock

Noch wenig bekannt ist, dass sich der Nikotinkonsum auf die Fruchtbarkeit von männlichen Rauchern auswirken kann. Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass Spermien von Rauchern weniger beweglich und lebensfähig sind als bei Nichtrauchern.

Außerdem konnten die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes zeigen, dass bestimmte Eiweißmoleküle, die für die Verpackung und Stabilität der Erbinformationen im Sperma verantwortlich sind, bei Rauchern deutlich verändert aussehen. Dies kann dazu führen, dass das Erbgut in den Samenzellen beschädigt wird und sich der Kinderwunsch dadurch nicht erfüllt.    

Nachweislich verändertes Sperma bei Rauchern

Im Sperma von Rauchern fanden die Forscher Cotinin, ein Abbauprodukt des Nikotins, in deutlich höherer Menge als bei Nichtrauchern. Auch ein weiterer Biomarker kam verstärkt vor, der anzeigt, dass das Gleichgewicht in der Samenzelle massiv gestört ist. „Durch verschiedene Tests konnten wir feststellen, dass die Spermien von Rauchern weniger beweglich sind und ihre Außenhülle auch nicht so stabil ist wie bei Nichtrauchern “, sagt Professor Mohammed Hamadeh, Reproduktionsmediziner an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg. Sein Team hatte bereits vor vier Jahren in ersten Untersuchungen zu diesem Thema festgestellt, dass bestimmte Eiweißmoleküle, so genannten Protamine, bei Rauchern in geringerer Konzentration vorkommen. Diese Studie wurden damals in der Zeitschrift „Human Reproduction“ veröffentlicht und rief ein weltweites Presseecho hervor.

Die Reproduktionsmediziner analysierten die Eiweißmoleküle in den Samenzellen noch genauer. Sie konzentrierten sich dabei auf Histone und Protamine, die für die Verpackung und Stabilität der DNA-Erbinformationen in den Spermien verantwortlich sind. „Dabei konnten wir zeigen, dass diese Eiweißmoleküle bei Rauchern in einer deutlich anderen Konzentration vorkommen als bei Nichtrauchern. Wir gehen davon aus, dass dadurch die Erbinformationen in den Samenzellen von Rauchern beschädigt werden und in der Folge die Entwicklung der Spermien gestört  ist“, erläutert Montenarh, Professor für Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie der Saar-Uni. Dies könne dazu führen, dass es zu keiner oder nur unvollständigen Befruchtung der Eizelle kommt und daher kein neues Leben entstehen kann.

Rauchen als Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

„Wenn der Kinderwunsch sich nicht erfüllt, ist möglicherweise der erhöhte Zigarettenkonsum eine Ursache dafür. In unserer Ambulanz für Reproduktionsmedizin, in der viele Paare mit unerfülltem Kinderwunsch Rat suchen, empfehlen wir daher jedem, sofort mit dem Rauchen aufzuhören“, sagt Professor Hammadeh. Die Studien hätten eindeutig belegt, dass der Nikotinkonsum nicht nur der Gesundheit der Raucher schade, sondern sich auch auf die Fortpflanzung negativ auswirke. „Die biochemischen Veränderungen in den Samenzellen sind bei Rauchern so gravierend, dass sie offenkundig nicht nur eine normale Befruchtung verhindern, sondern möglicherweise auch für Missbildungen von Embryos verantwortlich sind“, befürchtet Hammadeh. Dies müsse nun in weiteren Studien untersucht werden. Auch sei noch ungeklärt, wie schnell sich die Zusammensetzung der Spermien wieder normalisiere, wenn starke Raucher den Zigarettenkonsum einstellten.

An der Studie zum Thema „Impact of cigarette smoking on histone (H2B) to protamine ratio in human spermatozoa and its relation to sperm parameters“ waren M.F. Hamad, Gastwissenschaftler aus Saudi Arabien, N. Shelko, Doktorand der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes, und S. Kartarius (MTA) sowie die Professoren Mohammad Hammadeh und Mathias Montenarh beteiligt.

Die Studie ist hier publiziert: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.2047-2927.2014.00245.x/full

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. April 2016
Quellen: Pressemitteilung der Universität des Saarlandes: Neue Studie: Nikotin schädigt Samenzellen und vermindert Fruchtbarkeit von Männern (12. August 2014)

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