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Donnerstag, 30. März 2017
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Hashimoto-Thyreoiditis: Ursache für unerfüllten Kinderwunsch?

Hashimoto bei Kinderwunsch
Die Schilddrüse hat großen Einfluss auf das korrekte Zusammenspiel der Hormone, was bei Kinderwunsch sehr wichtig ist
(c) iStockphoto

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der eine chronische Schilddrüsenentzündung vorliegt. Sie kann die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten sein.

Autoimmunerkrankungen liegt immer eine Störung im Immunsystem zugrunde, welche dazu führt, dass körpereigenes Gewebe als “fremd” erkannt und zerstört wird. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis wird das Schilddrüsengewebe als fremd angesehen und deshalb angegriffen. Es handelt sich bei der Hashimoto-Thyreoiditis nicht um ein Syndrom, sondern um eine echte Erkrankung. Dadurch kommt es im Laufe der verschiedenen Phasen der Hashimoto-Thyreoiditis zu verschiedenen Auswirkungen:

  • die fortschreitende Zerstörung des Schilddrüsengewebes kann zu einer klinischen Überfunktion führen, da im Blut vermehrt Schilddrüsenhormone freigesetzt werden
  • durch die Angriffe auf das Schilddrüsengewebe kommt es immer wieder zu Entzündungen, die unterschiedlich stark sein können; im akuten Entzündungszustand liegt eher eine Unterfunktion vor
  • im Laufe der Zeit entwickelt sich meist eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)und die Schilddrüse ist mit der Zeit immer weniger in der Lage, ausreichend Hormone zu produzieren

Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis: TSH, fT3 und fT4 sowie Antikörper bestimmen

Bei der Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis ist das Problem, dass es sehr schwierig sein kann, diese festzustellen. Blutwerte und Symptome widersprechen sich häufig, weshalb es leider oft lange dauern kann, bis die richtige Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis gestellt wird. Man weiß inzwischen, wie wichtig die Schilddrüse und ihre Funktion bei Kinderwunsch ist. Dennoch ist die Überprüfung der Schilddrüsenblutwerte durch den Gynäkologen bisher nicht vorgesehen und kann deshalb in der Regel nur als IGeL-Leistung durchgeführt werden. Idealerweise sollte eine Frau mit Kinderwunsch, bei der es Hinweise auf Schilddrüsenprobleme gibt, bei einem Endokrinologen vorstellig werden. Wichtig sind neben dem TSH bei Kinderwunsch auch die freien Werte fT3 und fT4 sowie die Antikörper, die man per Blutuntersuchung feststellen kann. fT3 und fT4 sollten im mittleren bis oberen Normbereich des jeweiligen Labors liegen, jedoch nicht direkt an der oberen Grenze (Gefahr der Überfunktion). Zusätzlich sind die Schilddrüsen-Antikörper Anti-TG (TAK) und Anti-TPO (MAK) im Blut erhöht. Im Ultraschall können häufig Entzündungen im Gewebe erkannt werden.

Symptome bei Hashimoto-Thyreoiditis

Die Symptome Hashimoto-Thyreoiditis können sehr stark variieren, je nachdem ob die Frau gerade in einer Über- oder Unterfunktion steckt. Die entzündlichen Prozesse sowie die Zerstörung des Schilddrüsengewebes führen je nach Krankheitsphase zu diesen unterschiedlichen Stadien. Außerdem sind die Symptome bei Schilddrüsenproblemen oft diffus und nicht eindeutig zuzuordnen.

Typische Symptome in der Unterfunktion können sein:

  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit (auch bei ausreichend Schlaf), unerklärliche Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Angstgefühle, Zyklusprobleme (schwankende Zyklen, PCO, Gelbkörperschwäche, PMS, Anovulation (fehlender Eisprung), hoher Prolaktinspiegel, Endometriose, Östrogenmangel) Wassereinlagerungen, Verstopfung, trockene Haut, Haarausfall, zu hohes Cholesterin ohne Erklärung hierfür, verminderte Libido

Typische Symptome in der Überfunktion können sein:

  • Herzrasen, Nervosität/innere Unruhe, Zittern jund/oder Muskelzuckungen, Angstgefühle, ebenfalls Stimmungsschwankungen, unerklärliche Gewichtsabnahme trotz häufigem Hunger und vielem Essen, wenig Erholung durch Schlaf, Durchschlafprobleme, Zyklusprobleme (PMS, Zysten, verlängerter Zyklus oder Anovulation, Schwitzen, Hitzegefühl, Durchfall, starke Libido

Therapie von Hashimoto bei Kinderwunsch

Leider gibt es bisher noch keine anerkannten Leitlinien für Ärzte, die die Richtlinien für die Behandlung von Frauen mit Kinderwunsch aufzeigen. Störungen im weiblichen Hormonhaushalt sollen kombiniert mit Autoimmunkrankheiten wie der Hashimoto-Thyreoiditis betrachtet und behandelt werden.

Ziel der Therapie bei Hashimoto-Thyreoiditis ist eine ausgeglichene Stoffwechsellage. In der Unterfunktion bedeutet dies die Gabe von Schilddrüsenhormonen. Wichtig für eine optimale Wirkungsweise ist zu beachten, dass Schilddrüsenhormone morgens nüchtern mit Wasser mindestens 30 Minuten vor Kaffee und Frühstück eingenommen werden müssen. In der überfunktion kommen manchmal Schilddrüsenhormon-Hemmer zum Einsatz.

Zusätzlich müssen die Autoimmunattacken gegen die Schilddrüse eingedämmt werden. Leider gibt es dafür noch keine nebenwirkungsarmen Medikamente, da die sonst bei Autoimmunerkrankungen eingesetzen Wirkstoffe nicht bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft eingenommen werden können. Es wird zu gesunder Lebensführung geraten, sodass die Ausschüttung von Stresshormonen gedrosselt wird. Entzündungen im Körper können bei Hashimoto Schübe auslösen. Manche Ärzte verordnen Selen und Zink, da diese sich positiv auf das Immunsystem auswirken, Entzündungen auch im Bereich der Schilddrüse lindern und zudem Einfluss auf die Aufnahme und Wirkung der Schilddrüsenhormone haben.

Bei Verdacht auf Hashimoto und Kinderwunsch sollte eine enge Zusammenarbeit von Gynäkologen und Endokrinologen erfolgen. Beim Frauenarzt sollten folgende Hormonwerte überprüft werden:

  • Östradiol (eher zu niedrig bei Hashimoto)
  • Progesteron (eher Progesteronmangel)
  • Prolaktin (machmal erhöht)
  • Testosteron (manchmal erhöht), DHEA, Androstendion

Manche Frauen zeigen sogar das PCO-Syndrom, dessen Ursache in der veränderten Hormonlage durch die Hashimoto-Thyreoiditis ist.

Bei Kinderwunsch ist das Ziel der Behandlung von Hashimoto die Wiederherstellung normaler Hormonverhältnisse an Schilddrüse und Eierstöcken, damit die Frau schwanger werden kann. Bei unerfülltem Kinderwunsch trotz normalisierter Hormonlage kann eine gezielte hormonelle Auslösung des Eisprungs versucht werden. Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis bei Kinderwunsch sollte nur in enger Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Endokrinologen erfolgen.

Hashimoto und Schwangerschaft

Für eine beschwerdefreie Schwangerschaft sind normale Schilddrüsenwerte unbedingt notwendig. Andernfalls ist das Risiko einer Fehlgeburt und für Frühwehen erhöht. In der Schwangerschaft müssen die Schilddrüsenhormone unbedingt weiter eingenommen werden und es sollte eine regelmäßige Kontrolle der Werte TSH, fT3 und fT4 in regelmäßigen Abständen von einigen Wochen überprüft werden.

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. November 2016
Quellen: Online-Informationen von Dr. Leveke Brakebusch und Prof. Dr. A. E. Heufelder: http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/hormone/frauen: Online-Information Wunschinder: http://www.wunschkinder.net/infosammlung/Hashimoto (Stand: Oktober 2015)

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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