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Mittwoch, 22. Februar 2017
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Gelbkörperschwäche (Progesteronmangel)

Gelbkörperschwäche
Eine Gelbkörperschwäche kann per Blutuntersuchung festgestellt werden
(c) Getty Images/iStockphoto

Die Gelbkörperschwäche, die auch Corpus-Luteum-Insuffizienz genannt wird, beschreibt eine Funktionsschwäche des Gelbkörpers und somit des Gelbkörperhormons (Progesteron). Eine Gelbkörperschwäche ist einer der häufigsten Gründe für unerfüllten Kinderwunsch. Sie kann hormonell behandelt werden.

Wo wird der Gelbkörper produziert?

Nach dem Eisprung bildet der jeweilige Eierstock der Frau den sogenannten Gelbkörper. Dieser produziert normalerweise das Gelbkörperhormon (Progesteron), das wichtigste Sexualhormone der Frau. Nach dem Eisprung wird bei einer Gelbkörperschwäche der Gelbkörper nicht vollständig ausgebildet, eine Gelbkörperschwäche tritt auf. Die Wirkungen und Aufgaben des Gelbkörperhormons im Körper der Frau sind sehr umfangreich, daher kann eine unzureichende Produktion weitreichende Folgen für eine erfolgreiche Schwangerschaft haben.

Was bewirkt eine Gelbkörperschwäche?

Der Gelbkörper, der die Gebärmutterschleimhaut auf eine bevorstehende Einnistung des Embryos vorbereiten soll, muss in vollem Umfang produziert sein, um diese Vorgänge zu gewährleisten. Hormone, insbesondere Progesteron, unterstützen die Hirnreifung des Ungeborenen und wirken sich förderlich auf die Gebärmutter aus. Eine unvollständige Gelbkörperproduktion und somit ein Progesteronmangel wirken sich negativ auf diese Vorgänge aus und führt daher häufig zu Fehlgeburten.

Welche Ursachen können zu einer Gelbkörperschwäche führen?

Ursächlich für eine Gelbkörperschwäche ist in erster Linie eine unzureichende Follikelreifung, das bedeutet, dass eine Eizelle nicht unzureichend gebildet werden kann. Daher kann in der Folge kein vollständiger Gelbkörper gebildet werden.

Welche Symptome treten bei einer Gelbkörperschwäche auf?

Als Symptome einer Gelbkörperschwäche können häufige Fehlgeburten auftreten. Auch eine verkürzte zweite Zyklushälfte, die weniger als zwölf Tage andauert, kann auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten. Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte können ebenfalls ein Symptom einer Gelbkörperschwäche sein. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge körperlicher oder psychischer Symptome, die zusätzlich auftreten können. Von Muskelschmerzen über Depressionen bis hin zu Wassereinlagerungen im Körper existieren etwa zwanzig weitere Symptome, die begleitend bei einer Gelbkörperschwäche auftreten können.

Wie wird eine Gelbkörperschwäche diagnostiziert?

Tatsächlich lässt sich eine sichere Diagnose nur über den Spiegel des Gelbkörperhormons im Blut der Frau stellen. Dies kann vor allem bei Kinderwunsch bestimmt werden, wenn auch nach einiger Zeit keine Schwangerschaft eintritt. Hinweise auf einen Progesteronmangel können beispielsweise eine verkürzte zweite Zyklushälfte und/oder Schmierblutungen vor der eigentlichen Menstruation sein. Ist der Progesteronwert in der zweiten Zyklushälfte zu niedrig, kann sich der Embryo nicht in der Gebärmutter einnisten. Hilfreich kann es sein, eine Basaltemperaturkurve anzulegen. Diese ist zwar nicht die genaueste Methode, doch kann mit der Basaltemperaturkurve eine grobe Einschätzung vor der eigentlichen Diagnostik erfolgen. Zusätzlich muss der Arzt eine Nebennierenschwäche ausschließen, um eine sichere Diagnose stellen zu können.

Gibt es eine Therapie bei Gelbkörperschwäche?

Bei der Therapie eines Progesteronmangels steht oft die Gabe von Progesteron und ähnlichen Hormonen im Vordergrund. Häufig werden zur Therapie bei Kinderwunsch hormonelle Medikamente wie Clomifen, Utrogest oder Duphaston verwendet, um eine mögliche Schwangerschaft zu stabilisieren. Es gibt einige Ansätze, eine Gelbkörperschwäche zu behandeln. Idealerweise hilft eine Therapie bereits bei der Follikelreifung, denn hier liegt die Ursache einer Gelbkörperschwäche. Zusätzlich werden manchmal Östrogene verabreicht. Auch das Schwangerschaftshormon HCG wird mitunter verabreicht, um eine Gelbkörperschwäche zu behandeln.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. November 2016
Quellen: De Gruyter, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2013, de Gruyter Verlag, Berlin 2012; Breckwoldt, M.; Kaufmann, M.; Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart 2008; Diedrich, Holzgreve, Jonat, Schultze-Mosgau, Schneider, Weiss, Gynäkologie & Geburtshilfe, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007

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