Ein Angebot von Lifeline
Donnerstag, 23. Februar 2017
Menu

Adoption

Adoption
Zu alt für Adoption? In Deutschland darf der Altersunterschied zwischen Eltern und Adoptivkind 40 Jahre nicht überschreiten
Getty Images/iStockphoto

Eine Adoption kann eine Option darstellen, wenn es mit dem leiblichen Wunschkind aus welchen Gründen auch immer nicht klappt. Dazu müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Wunsch, durch Adoption ein Kind aufzunehmen, betrifft in der Regel Paare oder alleinstehende Frauen, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllen lässt oder Personen, die das Kind des Partners adoptieren möchten (Stiefkindadoption), das aus einer vorherigen Beziehung stammt oder homosexuelle Paare, die eine Regenbogenfamilie gründen möchten. Eine Adoption ist keine einfache Angelegenheit, sondern vielmehr ein meist langwieriger Prozess, der für den oder die Adoptierenden oftmals große Hürden bereitstellt. Alles dreht sich hierbei letztendlich um das Wohl des Kindes.

Rückgang der Adoptionen in 15 Jahren

Zwischen 1994 und 2009 ist die Zahl der Adoptionen in Deutschland stetig gesunken. Während 1994 noch knapp 8.500 Kinder adoptiert wurden, waren es im Jahr 2009 nur noch etwa 3.900. Seitdem ist die Zahl der Anzahl Adoptionen laut Statistischem Bundesamt (Stand 2012) mit etwa 4.000 annähernd gleich geblieben. Etwas mehr als die Hälfte dieser Kinder wurden vom neuen Partner des Elternteils adoptiert, um die rechtliche Situation dieser so genannten Patchworkfamilien zu verbessern. Rund 100 Kinder wurden von Verwandten adoptiert und knapp 1.700 von nicht verwandten Personen. Auf ein zur Adoption freigegebenes Kind kommen in Deutschland sieben adoptionswillige Paare.

Voraussetzungen für eine Adoption

Für Ehepaare gilt, dass ein Ehegatte mindestens 25 Jahre alt sein muss, der andere mindestens 21. Eine Annahme eines gemeinschaftlichen Kindes einer eheähnlichen Gemeinschaft ist nicht möglich. In einer Ehe ist es jedoch möglich, dass ein Ehepartner ein Kind des anderen Partners aus einer vorherigen Beziehung adoptiert und dieses dann zum gemeinsamen Kind wird. Dies gilt seit Februar 2013 auch für gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften. Bei unverheirateten Paaren kann jedoch nur ein Partner ein Kind adoptieren. Hier wird die Situation allerdings besonders kritisch geprüft, da die Gesetzgebung erzielt, dass das Kind in einer „intakten Familie“ leben soll.

Kritische Prüfung durch Behörden vor einer Adoption

Generell müssen bei einer Adoption beide leiblichen Eltern sowie das Kind zustimmen. Ist das Kind unter vierzehn Jahre alt, bestimmt der gesetzliche Vertreter (Elternteil, Vormund) die Entscheidung. Bei allen bezüglich einer Adoption abzugebenden Erklärungen bedarf es notarieller Beurkundungen. Außerdem legen Adoptionsbehörden großen Wert darauf, dass der Altersunterschied zwischen Eltern und Kind nicht größer als 40 Jahre ist, allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Nach einer „Probezeit“, in der das zu adoptierende Kind ein Jahr oder länger in der Familie als Pflegekin d lebt, kann dann bei Zustimmung der Behörden die Adoption vollzogen werden. Eine Aufhebung einer Adoption ist so gut wie unmöglich. Sie kann nur bei schwerwiegenden Gründen, etwa Missbrauch des Kindes, ausgesprochen werden. Eine Aufhebung einer Adoption zum Wohl der Eltern ist hier unmöglich.

Adoption – eine weitreichende Entscheidung

Paare oder Einzelpersonen sollten sich der Tragweite einer Adoption bewusst sein. Alle Überlegungen sollten ausschließlich dem Wohl des Kindes dienen und gut durchdacht sein. Es geht bei einer Adoption nicht darum, ein Kind für ein Paar zu finden, sondern Eltern für ein Kind. Adoptiveltern sollen dem Kind so lange wie möglich zu Seite stehen, nicht nur bis zur Volljährigkeit und sollten dem Kind gegenüber möglichst offen mit dem Thema Adoption umgehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. November 2015
Quellen: Online-Informationen des Bayerischen Rundfunks, http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/familie/adoptionen100.html (Stand: Februar 2013) Online-Informationen des Familienratgebers der Firma Conjus GmbH, http://www.familienrecht-ratgeber.de (Stand: Februar 2013) Online- Informationen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden, www.destatis.de , Stand: Juli 2012

Beiträge im Forum "Ungewollt kinderlos - Zukunft ohne Kinder"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Unerfüllter Kinderwunsch

Für Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch ist ein Kinderwunschzentrum die richtige Anlaufstelle: Dort werden sie von Experten beraten und behandelt. Mehr...

Unerfüllter Kinderwunsch

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) steht im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit der Frau. Der Wert des AMH wird zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Fruchtbarkeitsbehandlung bestimmt. Mehr...

Unerfüllter Kinderwunsch

Der gerinnungshemmende Wirkstoff Dalteparin reduziert nicht das Risiko von wiederholten Fehlgeburten. Dies ist das Ergebnis der Ethig II-Studie von Geburtsmedizinern aus Deutschland und Österreich, die zwischen... Mehr...

Wie Folsäure und Omega-3-Fettsäuren Ihnen dabei helfen können...

mehr lesen...
Weitere interessante Themen
  • Spermienprobleme

    Spermienprobleme, wie das OAT-Syndrom, sind häufig Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. Spätestens, wenn bei der Frau keine Ursache für eine Unfruchtbarkeit gefunden wurde,... Mehr...

  • Die häufigsten Fragen zu Duphaston

    Duphaston wird von Frauenärzten oder Kinderwunschkliniken oft bei einer Gelbkörperschwäche verordnet oder um das Fehlgeburtsrisiko zu senken. Wir haben Ihnen die häufigsten Fragen... Mehr...

  • Gynäkologische Spiegelungen

    Im Bereich der Gynäkologie können heutzutage fast alle Eingriffe mittels Spiegelung - also ohne großen Bauchschnitt - vorgenommen werden. Dies bezeichnet man auch als... Mehr...

Zum Seitenanfang