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Mehr ICSI-Behandlungen und weniger IVF

Trends in der Kinderwunschbehandlung

Trends in der Kinderwunschbehandlung
Hoffnung Kind: Paare, die sich in eine Kinderwunschbehandlung begeben, träumen vom Wunschkind
(c) iStockphoto

Die Magdeburger Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie hat Daten von etwa 3.000 Patienten aus den Jahren 2000 bis 2010 ausgewertet. Anhand der Daten lassen sich interessante Tendenzen und Erkenntnisse gewinnen.

Das Alter von Frauen und Männern, die sich im vergangenen Jahrzehnt in eine Kinderwunschbehandlung am Universitätsklinikum Magdeburg begeben haben, ist um rund drei Jahre gestiegen. Gleichzeitig ist der sogenannte Body-Mass-Index (BMI)der Paare nahezu konstant geblieben. Das sind nur zwei Ergebnisse einer sorgfältigen Auswertung der Behandlungsdaten von etwa 3.000 Patienten aus den Jahren 2000 bis 2010. Durchgeführt hat die Studie die Klinikmitarbeiterin Nora Labouvie im Rahmen ihrer Promotionsarbeit.  

Schwangerschaftsrate pro Behandlungszyklus sinkt ab 35

"Der Anstieg des Behandlungsalters von durchschnittlich 30,3 auf 33,1 Jahre lässt keine Verminderung der Erfolgsaussichten im IVF- und ICSI-Programm erkennen", so Prof. Dr. Jürgen Kleinstein, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie. Erst ab einem Alter von 35 bzw. 36 Jahren ist mit einer deutlichen Abnahme der Schwangerschaftsrate pro Behandlungszyklus zu rechnen.  

Positiv zu bewerten ist, dass kein allgemeiner Anstieg des BMI in den Jahren 2000 bis 2010 zu beobachten war. Deutliches Über- und/oder Untergewicht haben einen ungünstigen Einfluss auf die Chance einer erfolgreichen Schwangerschaft.  

Nach durchschnittlich 24 Monaten Kinderwunsch gingen Paare in die Klinik

Erfreulich ist auch die Abnahme der Kinderwunschdauer bis zur Inangriffnahme der Kinderwunschbehandlung. Die Mittelwerte zeigen den Abwärtstrend. Die Medianwerte liegen konstant bei 24 Monaten. „Unsere Kinderwunschdauer liegt damit deutlich unter der im Deutschen IVF-Register (DIR) berichteten Dauer von 3,6 Jahren", so Professor Kleinstein. 

Bessere Diagnostik führt zu mehr Diagnosen

Bei den Hauptdiagnosen, die zu Einschränkungen der Fruchtbarkeit führen, waren ebenfalls Trends erkennbar. So ist eine klare Zunahme von Patientinnen mit Endometriose festzustellen. Ein Grund dafür mag sein, dass die Magdeburger Universitätsklinik inzwischen ein bekanntes Endometriosezentrum ist. Positiv ist sicher auch die Abnahme an sogenannten idiopathischen Sterilitäten, die Diagnostik hat sich verfeinert. Analog dazu sind mehr Fälle von relevanten Hormonstörungen aufgedeckt worden. "Die Zunahme von Fällen mit Uterus myomatosus  ist wiederum der Expertise unserer Klinik in diesem Bereich zuzuordnen", argumentiert. Prof. Dr. Kleinstein.   

Oft liegt die Ursache beim Mann

In 40 bis 50 Prozent der Paare mit ungewollter Kinderlosigkeit tragen die Männer allein oder mit dazu bei. Ihr Anteil ist über die Jahre gestiegen. Auf Grund dessen werden heute häufiger ICSI- als IVF-Behandlungen durchgeführt.

Von allen Patienten, die die Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie aufgesucht haben, konnte bei der Hälfte der Paare eine Schwangerschaft erzielt werden. In einigen Subgruppen, z. B. Alter der Frauen unter 30 Jahren, resultierte sogar eine Schwangerschaftsrate von 66 Prozent. Eingetretene Schwangerschaften sind ein Erfolg des Paares und des behandelnden Teams. Paare ohne Erfolg bedürfen der einfühlsamen Nachbetreuung.

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Letzte Aktualisierung: 16. September 2016
Quellen: Pressemeldung des Universitätsklinikums Magdeburg vom März 2015

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