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Montag, 23. Januar 2017
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Körpergewicht und Fruchtbarkeit

Körpergewicht und Fruchtbarkeit
Das eigene Körpergewicht kann eine große Rolle bei der Fruchtbarkeit spielen.
Getty Images/Hemera

Körpergewicht und Fruchtbarkeit können eng miteinander verbunden sein. Denn das Körpergewicht von Frauen und Männern, welches durch einseitige Essgewohnheiten oder Nährstoffmangel und extreme Diäten beeinflusst wird, kann einen erheblichen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

Untergewicht und Einflüsse auf die weibliche Fruchtbarkeit

Bei Frauen wirken sich Störfaktoren wie beispielsweise Untergewicht auf die Hormondrüsen des Gehirns aus. Es kann sein, dass vom Hypothalamus keine ausreichenden Mengen des Hormons GnRH (Gonadotropin Releasing Hormon) mehr gebildet werden. Daraufhin kann die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) die Hormone LH und FSH nicht mehr zum richtigen Zeitpunkt und in ausreichenden Mengen produzieren. Der weibliche Zyklus gerät aus dem Gleichgewicht und der Eisprung kann ausbleiben. Je seltener ein Eisprung stattfindet, desto niedriger stehen auch die Chancen für eine Frau, schwanger zu werden.

Von Untergewicht wird bei einem Body-Mass-Index unter 18,5 gesprochen. Werte unterhalb von 17,5 gelten als Hinweis auf eine Magersucht (Anorexia nervosa). Bei sehr dünnen Frauen können die monatliche Blutung und der Eisprung ausbleiben. Hierbei spricht man von einer Anovulation (fehlender Eisprung), die auch bei sportlich sehr aktiven Frauen, wie beispielsweise Hochleistungssportlerinnen, auftreten kann. Durch regelmäßige Mahlzeiten und eine Gewichtszunahme auf ein gesundes Maß verschwinden die Fruchtbarkeitsprobleme in der Regel wieder von allein.

Übergewicht und Einflüsse auf die weibliche Fruchtbarkeit

Zu Hormonstörungen kann es auch bei übergewichtigen Frauen kommen. Deutliches Übergewicht kann bei Frauen zu einer übermäßigen Bildung männlicher Hormone führen. Dabei handelt es sich um Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA), die in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und im Fettgewebe gebildet werden. Zwar ist eine geringe Menge männlicher Hormone im weiblichen Körper für die Funktionen des Organismus notwendig, doch führt die übermäßige Produktion dieser Hormone zu einer Hyperandrogenämie. Diese hormonelle Störung macht sich beispielsweise durch eine unregelmäßige Regelblutung bis hin zum Ausbleiben der Regel oder durch einen fehlenden Eisprung bemerkbar. Frauen mit Übergewicht leiden auch häufiger am PCO-Syndrom, welches einer der häufigsten Gründe für die Unfruchtbarkeit der Frau ist.

Über- und Untergewicht beim Mann

Einseitige Ernährung, extreme Diäten und Untergewicht können bei Männern zu einem Mangel an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen führen, der sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Übergewicht hingegen kann zu einer Diabeteserkrankung und einer damit verbundenen erektilen Dysfunktion führen, was die Fruchtbarkeit ebenfalls einschränkt. Generell haben normalgewichtige Männer höhere Chancen ein Kind zu zeugen als Übergewichtige.

Körpergewicht und künstliche Befruchtung bei Mann und Frau

Auch Frauen und Männer, die eine künstliche Befruchtung durchführen lassen möchten, sollten auf ihr Körpergewicht achten. Sowohl Über- als auch Untergewicht können sich negativ auf den Erfolg einer solchen Behandlung auswirken. Normalgewichtige Frauen haben eine deutlich höhere Chance eine einmal eingetretene Schwangerschaft erfolgreich auszutragen. Bei untergewichtigen Frauen mit einem Gewicht unter 45 Kilogramm oder einem BMI kleiner als 18 kann es zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus und Problemen der Eizellreifung kommen, was einer künstlichen Befruchtung im Wege steht.

 

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Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2017
Quellen: Keck, Dr. med. Ch.: Neue Wege bei unerfülltem Kinderwunsch. Trias, Stuttgart 2008 Sautter, Dr. med. T.: Wirksame Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch. Thieme, Stuttgart 2000 Teut, M. et al.: Das Kinderwunsch-Buch. Essen, KVC, 2008

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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