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Dienstag, 25. April 2017
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Kinderwunsch-Checkliste

Kinderwunsch-Checkliste
Davon träumen Paare mit Kinderwunsch: der positive Schwangerschaftstest
(c) iStockphoto/laflor

Die Chancen, schwanger zu werden, liegen auch bei einem gesunden jungen Paar innerhalb von einem halben Jahr bei etwa 50-60%. Daher ist es normal, wenn die Schwangerschaft auf sich warten lässt.

Jedes 7. Paar mit einem Kinderwunsch allerdings wartet vergeblich. Bei ihnen geht der Wunsch ohne medizinische Hilfe gar nicht in Erfüllung. Bei diesen Paaren kreisen viele Fragen zum Kinderwunsch im Kopf.

Wie lange sollte ein Paar sich der Natur überlassen und ab wann sollten sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen?

Falls Sie einen unerfüllten Kinderwunsch haben und trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger werden, sollten Sie zu Ihrem Arzt gehen:

  • wenn Sie jünger als 28 Jahre sind, nach 18 Monaten;

  • wenn Sie zwischen 28 und 32 Jahren sind, nach einem Jahr;

  • wenn Sie älter als 33 Jahre sind, schon nach 1/2 Jahr

Sie können anhand dieser Checkliste überprüfen, welche medizinischen Untersuchungen grundsätzlich in Frage kommen. Einige der diagnostischen Möglichkeiten sind hier zusammengestellt. Nicht alle Untersuchungen kommen für jedes Paar in Frage und nicht alle Untersuchungen müssen zu Beginn der Diagnostik gemacht werden.
Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, zunächst die einfachen Untersuchungen zu machen, um die häufigsten Ursachen der Kinderlosigkeit auszuschließen: Wenn man die Ursache mit den einfachen Untersuchungen nicht findet, können immer weitere diagnostische Verfahren angewendet werden, die dann manchmal recht aufwendig und teuer sind.

Besprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Reihenfolge der Untersuchungen er Ihnen empfiehlt.

Wenn Sie schon länger vergeblich versuchen, schwanger zu werden:

  • Ist Ihr Partner schon einmal untersucht worden? Ist ein Spermiogramm gemacht worden?

  • Hat Ihr Arzt festgestellt, ob Sie einen regelmäßigen Eisprung haben?

  • Ist der Eisprung anhand einer Basaltemperaturkurve festgestellt worden?

  • Ist der Eisprung anhand von Ultraschalluntersuchungen festgestellt worden?

  • Ist der Eisprung anhand von Hormonuntersuchungen festgestellt worden?

Wenn Sie schon eine oder mehrere Fehl- oder Frühgeburten hatten:

Falls der Eisprung stattfindet und es Hinweise auf Hormonstörungen gibt:

  • Gibt es Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche?
    (Wenn die zweite Zyklushälfte weniger als 10 Tage lang und das Gelbkörperhormon in der zweiten Zyklushälfte im Blut zu niedrig ist.)

  • Ist der Prolaktinwert getestet worden?
    (Zwischen dem fünften und zehnten Zyklustag wird das Prolaktin im Blut untersucht.)

  • Ist bei normalem Prolaktinwert und deutlichen Symptomen (Brustspannen u.a.) ein Metoclopramid-Belastungstest durchgeführt worden?
    (Dabei wird ein Medikament verabreicht und vorher und nachher der Prolaktinwert gemessen).

Falls kein Eisprung stattfindet bzw. der Zyklus sehr unregelmäßig ist:

Gibt es Hinweise auf ein PCO (Polyzystisches Ovarialsyndrom)?
(Ausbleiben der Menstruation, kein Eisprung und kleine Zysten)

  • Ist eine Ultraschalluntersuchung gemacht worden?

  • Sind die Androgene (Testosteron und DHEAS = Dehydroepi androsteron-Sulfat) im Blut getestet worden?
    (Referenzwerte:
    Testosteron am 3. Zyklustag 0,1 - 0,6 ng/ml
    DHEAS am 3. Zyklustag 0,4 - 4,3 µg/ml)

  • Ist das luteinisierende Hormon (LH) im Blut getestet worden?
    (Referenzwerte:
    LH am 3. Zyklustag LH am Tag des höchsten LH-Wertes (16-36 Stunden vor dem Eisprung) > 20 mlE/ml)

  • Ist bei einem Verdacht auf PCO ein ACTH-Test durchgeführt worden (um bestimmte Enzymdefekte auszuschließen)?

Falls es keine Hinweise auf Hormonstörungen gibt:

  • Hat eine Untersuchung des Gebärmutterhalses und der Zervix stattgefunden?

  • Ist der Zervixschleim zur Zyklusmitte untersucht worden?

  • Gab es eine Gebärmutterspiegelung um eventuelle Myome, Polypen, Verwachsungen oder Verformungen der Gebärmutter festzustellen?

  • Wurde eine Bauchspiegelung gemacht, um festzustellen, ob die Eileiter durchgängig sind, ob die Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter normal geformt sind?

  • Gab es eine Eileiterspiegelung, um die Durchgängigkeit der Eileiter zu prüfen?

  • Ist ein Postkoitaltest gemacht worden?
    Zum Zeitpunkt des Eisprungs (wichtig!) wird etwa 6-12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr anhand einer Probe aus dem Zervixschleim (vaginale Untersuchung beim Arzt) geprüft, ob die Spermien beweglich sind und ob es möglicherweise eine Unverträglichkeit zwischen Zervixschleim und Spermien gibt.

  • Sind die Rhesus-Faktoren der Eltern überprüft worden?
    Anhand einer Blutuntersuchung beider Elternteile wird der Rhesusfaktor festgestellt. Bei Unverträglichkeiten (sie = Rh-negativ und er = Rh-positiv) kann es zu Problemen kommen.

  • Sind Ihre Blutwerte auf Gerinnungsstörungen untersucht worden?

  • Ist eine Schilddrüsenstörung ausgeschlossen worden, z.B. anhand der Schilddrüsenhormone (TSH)?

  • Ist der Zuckerstoffwechsel getestet worden?

  • Ist eine Diabetes ausgeschlossen? Ist ein Diabetestest (Urintest nicht beweisend) gemacht worden?

Immunologische Abklärung:

  • Liegt eine Autoimmun-Erkrankung oder eine Immunstörung vor?
    Das würde bedeuten, dass sich eine befruchtete Eizelle gar nicht erst einnisten kann.

Ist Ihr Partner untersucht worden?

  • Ist ein Spermiogramm angefertigt worden?
  • Gab es eine Anamnese des Partners?

  • Ist eine äußere Untersuchung des Partners durchgeführt worden (z.B. auf Krampfadern am Hoden)?

 

Unsere Zyklus-Eisprungkalender- App ist für Android hier erhältlich.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2017
Quellen: Referenzwerte für die Hormone: Endokrinologisches Labor Prof. Leidenberger, Hamburg

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