Die Keimzellen
Die Keimzelle (Gamete) der Frau ist die Eizelle, die des Mannes die Samenzelle.
Reduktionsteilung
In den Kernen der Keimzellen ist die Erbinformation des Menschen in Form von Genen auf den Chromosomen gespeichert. Während alle anderen Zellen im Körper 46 Chromosomen enthalten, haben Samenzelle und Eizelle nur jeweils einen halben Chromosomensatz von 23 Chromosomen. Die Halbierung der Chromosomen nennt man Reduktionsteilung. Bei der Reduktionsteilung können Fehler geschehen mit der Folge, dass die Keimzellen veränderte Chromosomen aufweisen oder die Chromosomensätze unvollständig sind. Diese Chromosomenschäden werden bei jeder Zellteilung weitergegeben.
Eizelle und Samenzelle verschmelzen
Wenn die Keimzellen (Eizelle und Samenzelle) bei der Befruchtung verschmelzen, vermischen sich die Erbinformationen des Vaters und der Mutter und ergeben wieder einen vollständigen, neuen und einzigartigen Chromosomensatz. Bereits zu diesem Zeitpunkt werden Geschlecht, Haarfarbe, Blutgruppe und eine Menge weiterer Eigenschaften des entstehenden Menschen festgelegt.
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Die Eizelle ist mit 0,2 Millimeter Durchmesser die größte Zelle des menschlichen KörpersÖ sie ist mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen. Umgeben von Hüllzellen, die die Eizelle nach dem Eisprung bei der Wanderung durch den Eileiter ernähren, liegt die Eizelle geschützt an der Wand eines flüssigkeitsgefüllten Eibläschens (Follikel).
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Die Entwicklung der Samenzellen dauert etwa drei Monate. Das reife Spermium hat einen charakteristischen Aufbau: Es besteht aus dem Spermienschwanz, dem Mittelstück und dem kompakten Spermienkopf mit dem Erbgut.
Kapazitation - die Reifung der Spermien
Kapazitation nennt man den biochemischen und physiologischen "Reifungs-" bzw. Umbauprozess, den eine Samenzelle im weiblichen Genitaltrakt durchläuft, und der sie befähigt, in eine Eizelle einzudringen und diese zu befruchten. Während der Kapazitation werden die Proteine auf der Oberfläche der Spermien verändert, umverteilt oder entfernt und die Spermien erlangen eine hyperaktive Beweglichkeit. Die Kapazitation erfolgt nach der Ejakulation des Samens in den weiblichen Genitaltrakt.
Zervixsekret hilft bei der Kapazitation
Während der fruchtbaren Tage ist das Zervixsekret im Genitaltrakt der Frau hierfür optimal zusammengesetzt und an den Reifungsprozessen der Samenzellen beteiligt. Nach dem Samenerguss des Mannes wandern die Spermien durch den Gebärmutterhalsschleim und die Gebärmutter bis in die Eileiter. Die Anzahl der Spermien verringert sich von durchschnittlich etwa 200 Millionen auf etwa 600 Samenzellen. Mit Hilfe des Zervixsekretes werden Proteine von der Oberflächenmembran der Spermien entfernt. Besonders im Bereich des so genannten Kopfes finden diverse biochemische Umbauvorgänge statt, die zu einer Befruchtung notwendig sind und ohne die eine Samenzelle eine Eizelle nicht befruchten könnte.
Untersuchungen haben festgestellt, dass Östrogene die Kapazitation eher stimulieren während Progesteron sie eher hemmt.
Ohne Kapazitation keine Befruchtung
Ohne, dass diese Kapazitation stattgefunden hat - also unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr, oder wenn der Zervixschleim (Zervixsekret) nicht optimal zusammengesetzt ist - kann eine Samenzelle die Eihaut nicht durchdringen.
Kapazitation und hormonelle Kontrazeption
Einige Ovulationshemmer (Antibabypillen) verhindern die Ovulation (den Eisprung) und verändern die Gebärmutterschleimhaut, so dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird, sie verändern die Zusammensetzung des Sekretes im Muttermund und verhindern so die Kapazitation der Spermien. Je nach Zusammensetzung und Gehalt an Östrogenen und Gestagenen sind die verschiedenen konzeptions- bzw. nidationshemmenden Wirkungen unterschiedlich ausgeprägt.
Kapazitation und In-vitro-Fertilisation
Bei der In-vitro-Fertilisation muss die Kapazitation durch Blutplasma erfolgen.
Die Kosten für Untersuchung und Aufbereitung einschließlich der Kapazitation des Spermas trägt im Falle einer IVF die gesetzliche Kasse des Ehemannes.
Kleiner historischer Rückblick
Die Bedeutung der Kapazitation für die erfolgreiche Befruchtung wurde deutlich, als die erste In-vitro-Fertilisation von Hamster-Eizellen gelang. Dazu wurden die Spermien entweder vor der Zusammenführung der Eizelle und der Samenzelle dem weiblichen Reproduktionstrakt entnommen oder aber es wurden die Spermien zuvor mit Eileiter-Sekreten zusammengebracht. (Tulsiani et al., 1997)
Konsequenz für den "richtigen" Zeitpunkt
Um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, ist der optimale Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr in jedem Fall also mindestens 12 Stunden vor dem Eisprung.
Der Weg der Spermien vom Ejakulieren zum Befruchten
Nach dem Samenerguss des Mannes wandern die Spermien, umgeben vom Gebärmutterhalsschleim, durch die Gebärmutter bis in die Eileiter. Es dauert oft nur einige Minuten, bis die Samenzellen in die Eileiter kommen.
Nicht jede Samenzelle schafft es
Die Anzahl der Spermien verringert sich auf diesem Weg von durchschnittlich etwa 200.000.000 auf etwa 600 Samenzellen. Das bedeutet, dass nur eine von 333.333 Samenzellen überlebt. Die ersten Spermien, die in die Eileiter kommen, können das Ei normalerweise nicht befruchten, weil sie zunächst einmal durch einen Prozess müssen, der Kapazitation heißt und ohne den eine Samenzelle die Eizelle nicht befruchten könnte.
Sex zur richtigen Zeit
Daher ist es optimal, schon einen Tag vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr zu haben, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Beim Geschlechtsverkehr am Tage des Eisprungs ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, geringer, weil die Samenzellen für die letzte "Reifung", die Kapazitation, einige Stunden benötigen.
Autor: Qualimedic.com AG
Letzte Änderung am: 15.08.2008
