Immunologische Probleme (Frau)

Wenn im Zervixschleim der Frau Antikörper gegen Spermien enthalten sind, so greifen diese die Spermien an, töten sie ab oder schränken zumindest ihre Beweglichkeit erheblich ein. Es können dann keine Samen in die Eileiter gelangen; eine Befruchtung bleibt aus.

Wenn das Immunsystem "entgleist"
Antikörper sind Stoffe, mit denen sich der Organismus gegen körperfremde Substanzen wie Bakterien oder Viren wehrt. Diese sinnvolle Reaktion des Immunsystems führt, wenn Sie entgleist, zur Unfruchtbarkeit. Warum sich manchmal Abwehrkörper gegen Spermien bilden, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise begünstigen aber Infektionen, Operationen, Medikamente oder auch psychische Krisen diese Entgleisungen.
Um die Spermiendurchlässigkeit des Zervixschleims zu prüfen, wird ein Postkoitaltest durchgeführt.

Der eigene Körper als Feind
In seltenen Fällen erkennt der Körper seine eigenen Eizellen nicht. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die eigenen Eizellen und zerstört diese. Auch die Ursache derartiger Entgleisungen (Autoimmunerkrankungen) ist nicht bekannt. Gegebenenfalls kann eine Eizellspende zur Schwangerschaft führen - allerdings sind in Deutschland Eizellspenden nicht erlaubt.

Therapie
Die Ärztin wird bei einer immunologischen Sterilität versuchen, die Antikörperbildung zu verringern. Beide Partner müssen dann ein Kortisonpräparat einnehmen, das die Abwehrreaktion des Körpers unterdrückt. Eine weitere Alternative ist die Insemination, die Übertragung der Samenzellen direkt in die Gebärmutter, so dass die Spermien die Schleimbarriere umgehen.

 

Autor: Qualimedic.com AG 
Letzte Änderung am: 17.09.2007