Typische Beschwerden in der Schwangerschaft sanft lindern
Die Zeit der Schwangerschaft ist eine Zeit der körperlichen Veränderung. Kein Wunder, dass dies nicht ohne Beschwerden von statten geht. Schwangerschaftsübelkeit, Sodbrennen, Rückenschmerzen – die Liste der Symptome, die werdende Mütter zu bewältigen haben, ist lang.
Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Beschwerden in der Schwangerschaft auf sanfte Weise zu lindern.
→ Beschwerden in der Schwangerschaft
→ Probleme in der Stillzeit
→ Arzneipflanzen für Schwangere
→ Gesunde Schwangerschaft
→ Die sanfte Geburt: Vorbereitung
Die Homöopathie (in der Schwangerschaft sind homöopathische Arzneimittel in Form von Globuli und Tabletten geeignet) und einige Verhaltensmaßnahmen können dann gute Dienste leisten. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt.
Eine Übersicht über homöopathische Mittel in der Schwangerschaft liefert die Tabelle unten (Abbildung 1). Grundsätzlich gilt: Die Einnahme an sich gut verträglicher, homöopathischer Mittel in der Schwangerschaft sollte nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.
Mit der berühmten Schwangerschaftsübelkeit müssen viele werdende Mütter insbesondere in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft kämpfen. Die Schwangerschaftsübelkeit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und entsprechend Symptome von einem flauen Magen über Schwindel bis hin zu starker Übelkeit und Erbrechen umfassen. Typisch ist, dass die Übelkeit vor allem morgens zuschlägt – dann genügen häufig schon Gerüche oder der Anblick bestimmter Speisen, um die Übelkeit aufsteigen zu lassen oder Brechreiz auszulösen.
Bei Übelkeit in der Schwangerschaft haben sich insbesondere folgende homöopathischen Mittel bewährt:
- Sepia D 12 (besonders bei starker Morgenübelkeit; Appetit auf Saures)
- Colchicum D 12 (besonders bei Ekel vor Eiern, Fleisch und Fisch sowie vor fetten Speisen, extremer Geruchsempfindlichkeit, in Wellen auftretende Übelkeit, Erbrechen)
- Ipecacuanha D 12 (besonders bei anhaltender Übelkeit trotz Erbrechen)
Insbesondere jetzt ist ein Arztbesuch angezeigt:
- Sehr starke/ anhaltende Beschwerden
- Fieber
- Starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens
- Bei unklaren Beschwerden/ im Zweifelsfall
Beachten Sie auch: Gewisse homöopathische Mittel dürfen in der Schwangerschaft zumindest in bestimmten Potenzen (z.B. Thuja D1) nicht angewendet werden. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt bzw. Therapeuten oder Apotheker.
Zu Dosierung und Anwendung beachten Sie bitte die Packungsbeilage und frage Sie Ihren Arzt oder Apotheker. In der Regel werden 1-2 Mal täglich 5 Globuli empfohlen.
Weitere Tipps bei Schwangerschaftsübelkeit:
- Eine Kleinigkeit bereits vor dem Aufstehen essen. Es eignen sich insbesondere Zwieback, Brot oder trockene Kekse
- Mehrere kleine Mahlzeiten statt drei große, schwere Mahlzeiten über den Tag verteilt; Grundsätzlich gilt: Darauf achten, dass der Magen nie leer ist.
- Bevorzugen Sie leichte Kost, insbesondere Reis, Geflügel, Gemüse
- Meiden Sie sehr scharfe Speisen
- Trinken Sie etwas: Wasser, Tee, Milch – finden Sie heraus, womit Sie sich besser fühlen
- Ätherische Öle (z.B. Mandarine, Pfefferminze oder Zitrone) sollen ebenfalls die Übelkeit lindern können
Rückenschmerzen in der Schwangerschaft/ Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft
Rückenschmerzen sind insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft häufig ein Thema. Schließlich gerät dann die Haltung der Schwangeren zunehmend in Richtung Hohlkreuz. Zudem lockern Schwangerschaftshormone Gewebe und Gelenke. Häufig verspüren Schwangere gerade bei Belastung Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs.In diesem Falle sollte grundsätzlich auch ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Homöopathische Mittel bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft:
- Aesculus D 6 (bei Beschwerden in der Lendenwirbelsäule, auch in Verbindung mit Venenbeschwerden und Hämorrhoiden)
- Kalium carbonicum D 12 (bei starken Rückenschmerzen, die bis in die Oberschenkel ausstrahlen sowie bei Schwächegefühl und Schweißausbruch bei geringer Anstrengung)
- Rhus toxicodendron D 12 (bei Reizung des Ischiasnervs)
- Gnaphalium polycephalum D 6 (bei Schmerzen, die bis in Bein und Zehen ausstrahlen, Kribbeln im Beinbereich sowie Unsicherheit beim Gehen)
Zu Dosierung und Anwendung der jeweiligen Mittel beachten Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Rückenschmerzen in der Schwangerschaft – was sonst noch hilft:
- Vermeiden Sie Schuhe mit hohen Absätzen
- Lockern Sie Ihre Muskulatur bei einem entspannenden Vollbad (bis zu 37 Grad Celsius)
- Kirschkernkissen
- Gymnastikübungen für Schwangere – lassen Sie sich in Ihrem Fitnessstudio oder von Ihrer Hebamme beraten
- Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen
Venenbeschwerden in der Schwangerschaft
Wie Rückenschmerzen auch sind Venenprobleme insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft ein Thema. Denn jetzt macht das deutlich gestiegene Gewicht auch den Beinen zu schaffen. Häufige Symptome sind dann schwere, gespannte, geschwollene Beine. Es können sich Krampfadern ausbilden.
Homöopathische Mittelkönnen unterstützend zu Kompressionsstrümpfen und regelmäßiger Venengymnastik typische Venenbeschwerden lindern und frühzeitig eingesetzt auch einer weiteren Ausprägung der Venenbeschwerden vorbeugen:
- Aesculus D6 (schwere Beine nach längerem Sitzen und Stehen; auch in Verbindung mit Hämorrhoiden und Rückenschmerzen)
- Calcium fluoratum D12 (bei genereller Neigung zu Bindegewebsschwäche), auch als Salbe und Lotio einsetzbar
- Sabdariffa D 6 (bei bereits vorhandenen Besenreisern und geschwollenen Beinen)
- Hamamelis D 6 (Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit eines Venenstrangs; vergleichbar mit beginnender Venenentzündung)
Zu Anwendung und Dosierung beachten Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie auch Ihren Arzt oder Apotheker.
Weitere Tipps bei Venenbeschwerden in der Schwangerschaft:
- Lassen Sie sich Kompressionsstrümpfe verordnen und tragen Sie diese regelmäßig
- Trainieren Sie das Venensystem mit gymnastischen Übungen
- Beine öfters hoch legen
- Liegen und Laufen ist besser als Stehen und Sitzen
- Vermeiden Sie Wärme (z.B. heiße Bäder, längere Sonneneinstrahlung)
- Tragen Sie besser flache Schuhe
- Kalte Güsse entlasten das Venensystem
Schwangerschaftsstreifen
Schwangerschaftsstreifen – vor allem ein ästhetisches Problem, das vielen Schwangeren zu schaffen macht. Die Haut wird durch die Schwangerschaft gedehnt, kleine Risse im Unterhautgewebe können dann die Folge sein. Sichtbar werden dann violettfarbene Streifen insbesondere an Bauch und Busen. In Bezug auf Schwangerschaftsstreifen ist Vorbeugung besonders wichtig, vor allem, wenn man zu einem schwachen Bindegewebe neigt. Denn sind die Streifen erst einmal entstanden, gibt es nach derzeitigem Stand der Wissenschaft keine effektiven Möglichkeiten, diese endgültig zu entfernen.
Homöopathische Mittel,die sich bei Schwangerschaftsstreifen bewährt haben:
- Calcium carbonicum D 12 (bei bekannter Bindegewebsschwäche und Neigung zu Übergewicht)
- Calcium fluoratum D 12 (insbesondere für Menschen mit eher schlankem Körperbau, Bindegewebsschwäche in Form von Krampfadern, dünnem Haar und Nagelwachstumsproblemen); auch als Salbe und Lotio anwendbar
- Silicea D 12 (bei Neigung zu Fältchenbildung, Rückenbeschwerden, Neigung zum Frieren); auch Silicea-Salbe (zweimal täglich auf Bauch und Brüste aufgetragen) sowie Silicea Lotio haben sich bewährt
Anwendung und Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Weitere Tipps zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen:
- Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen und achten Sie auf eine moderate Gewichtszunahme
- Massieren Sie die Haut regelmäßig mit geeigneten Ölen und Salben aus der Apotheke ein
- Wechselduschen
- Bürstenmassagen und Zupfmassagen der Haut
- Regelmäßige Bewegung vor und während der Schwangerschaft – z.B. Schwimmen
Sodbrennen
Sodbrennen ist insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft ein häufiges Problem. Denn dann drückt die Gebärmutter zunehmend auf den Magen, auch die Hormone und Ernährungsgewohnheiten spielen eine Rolle. Typische Symptome bei Sodbrennen sind ein brennendes Gefühl sowie saures Aufstoßen.
Homöopathische Mittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft:
- Robinia pseudoacacia D 6 (bei saurem Aufstoßen und Magensäure im Mund)
- Bismutum subnitricum D 12 (bei saurem Aufstoßen in Verbindung mit Übelkeit)
- Iris D 6 (bei Sodbrennen und Übelkeit mit starkem Speichelfluss)
Weitere Tipps gegen Sodbrennen
- Mehrere kleine Mahlzeiten als wenige große, schwere Mahlzeiten am Tag verzehren
- Verzicht auf übersäuernde Lebensmittel wie z.B. Süßigkeiten, Tee, Fruchtsaft
- Im Bett den Oberkörper erhöht lagern
- Quark oder Joghurt als Zwischenmahlzeiten zur Neutralisierung der Magensäure
- 3-4 Mandeln langsam kauen und den Brei dann herunterschlucken
Abb.1: Die besten homöopathischen Mittel bei häufigen Beschwerden in der Schwangerschaft*
|
Symptom |
Homöopathische Mittel |
|---|---|
|
Blasenschwäche (suchen Sie hier bitte auch Ihren Arzt auf) |
Petroselinum D 6 |
|
Müdigkeit |
Acidum phoshphoricum D 12 |
|
Aesculus D 6 |
|
|
Sepia D 12 |
|
|
Calcium carbonicum D 12 |
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|
Schlafstörungen |
Coffea D 12 |
|
Robinia pseudoacacia D 6 |
|
|
Aesculus D6 |
|
|
Verstopfung, Verdauungsbeschwerden |
Nux vomica D12 |
* Sprechen Sie auch mit Ihrem Apotheker oder Therapeuten, welches der Mittel in Ihrem individuellen Fall in welcher Dosierung und Potenz in Frage kommt.
→ Hier lesen Sie Wissenswertes rund um das Thema Probleme in der Stillzeit.
Tipps
Wie komme ich gesund durch die Schwangerschaft und wie kann ich mich so gut es geht auf die Geburt vorbereiten?
Nicht nur sanfte Homöopathie kann hier helfen, auch mit einigen einfachen Tipps lässt sich ein gutes Gefühl der Sicherheit gewinnen.
→ Gesund durch die Schwangerschaft
→ Die sanfte Geburt: Tipps zur Vorbereitung
Homöopathie in Schwangerschaft und Stillzeit
In der Zeit der Schwangerschaft und der Stillzeit ist eine ganz neue Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper gefragt. Schließlich trägt man die Verantwortung für
ein neues Leben. Gerade in dieser Zeit hat sich die Homöopathie als sanfte Form der Heilkunde bereits millionenfach bewährt.
Denn Homöopathie bedeutete Schutz für Mutter und Kind.
→ Lesen Sie mehr über Homöopathie in Schwangerschaft und Stillzeit.
Homöopathie für Babys & Kleinkinder
Gut versorgt vom ersten Tag des Lebens an – Homöopathie hat sich auch bei Babys und Kleinkindern bewährt.
Sanft, zuverlässig und ohne schädliche Nebenwirkungen können die berühmten Kügelchen eingesetzt werden, um die natürlichen Regulationskräfte zu unterstützen.
→ Lesen Sie hier alles über die Möglichkeiten der Homöopathie für Babys und Kleinkinder.
- Sommer, S.: Homöopathie in der Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009
- Dr. med. Keicher, U.: Quickfinder Kinderkrankheiten. Der schnellste Weg zur richtigen Behandlung. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007
- Dr. med. Wiesenauer, M.; Knapp, S.: Homöopathie für Schwangerschaft und Babyzeit. Gräfe und Unzer Verlag, München 2008
Autor: 9monate.de
Letzte Änderung am: 22.05.2012
