Probleme in der Stillzeit
Stillen wird heute aus wissenschaftlicher Sicht immer wieder als wichtiger Faktor für eine gesunde Entwicklung und eine emotionale Bindung von Mutter und Kind hervorgehoben. Tatsächlich stillen rund 90 Prozent aller Mütter ihren Nachwuchs. Experten empfehlen, das Kind bis zum sechsten Lebensmonat voll zu stillen, also ohne Beikost, Tee oder auch Wasser.
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→ Die sanfte Geburt: Vorbereitung
Natürlich ist die Dauer der Stillzeit immer auch eine individuelle Entscheidung. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt. Fest steht: Egal wie lange Sie stillen möchten, die Stillzeit läuft nicht immer ganz reibungslos ab.
Homöopathische Hilfe & praktische Tipps bei Problemen in der Stillzeit
Doch gerade bei typischen Stillproblemen hat sich die sanfte Heilkunde der Homöopathie bewährt. Darüber hinaus helfen häufig schon einfache Maßnahmen, um typische Stillprobleme in den Griff zu bekommen.
Hier einige Beispiele, was Sie bei Schwierigkeiten beim Stillen tun können. Einen Überblick über homöopathische Mittel bei Stillproblemen liefert die Tabelle (Abb. 1).
Zu wenig Milch
Wenn zu wenig Milch da ist und die Kinder beim Stillen schlichtweg nicht satt werden, stehen die Zeichen auf Alarm. Das Kind ist quengelig, weint häufig an der Brust und will bereits nach kurzer Zeit wieder gestillt werden.
Bestimmte homöopathische Mittel haben sich bewährt, um den Milchfluss anzuregen:
- Acidum phosphoricum D 12: bei fehlendem Milcheinschuss und gleichzeitiger Müdigkeit und Mattheit
- Lac defloratum D 12: Stockende Milchbildung, bei gleichzeitigem Kopfweh und Verstopfung
- Phytolacca D 12: fehlende Milch bei ziehenden Schmerzen von der Brust bis zur Achselhöhle
Wer den Milchfluss anregen möchte, sollte grundsätzlich auch einige einfache Tipps berücksichtigen:
- Das Baby häufig anlegen, auch nachts
- Stillpositionen häufig wechseln, das Baby an beiden Brüsten anlegen
- Ausreichend trinken
- Schultermassagen, Streichmassagen der Brüste
Milchstau
Der Milchstau ist ein häufiges Problem in der Stillzeit. Typische Anzeichen sind verhärtete Stellen sowie ein Spannungsgfühl in der Brust. Der Auslöser ist gestaute Milch in einem Milchgang, die nicht abfließen kann. Häufig entsteht daher ein Milchstau, wenn sich der Stillrhythmus des Babys dahingehend verändert hat, dass es jetzt durchschläft und somit eine Mahlzeit in der Nacht ausfallen lässt. Wird nichts gegen den Milchstau unternommen, ist gegebenenfalls eine Brustdrüsenentzündung (Mastitis) die Folge (siehe Kasten).
Homöopathische Mittel bei Milchstau:
- Phellandrium D 6: wenn die Milch zwar einschießt, aber dennoch nach einigen Tagen ein Milchstau auftritt; Schmerzen in der Brust beim Stillen bzw. Milchabpumpen
- Phytolacca D 6: bei schweren Brüsten, verhärteten Stellen; Der Milchfluss wird mittels einer Milchpumpe aufrecht erhalten
- Pulsatilla D 12: bei dem Gefühl, dass sich die Brust ständig ändern würde; Stimmungsschwankungen
Welches Mittel in Ihrem individuellen Fall in Frage kommt, sollten Sie mit Ihrem homöopathischen Arzt oder Ihrem Apotheker besprechen. Dasselbe gilt für die Anwendung und Dosierung.
- Rötung der Brust
- Spannungsgefühl
- Brust fühlt sich heiß an und schmerzt
- Fieber
Bei einer Brustdrüsenentzündung sollte Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt gehalten werden, ggf. ist eine Antibiotika-Therapie notwendig.
Was man bei einem Milchstau sonst noch tun kann:
- Unterstützen Sie das Abfließen der gestauten Milch, indem Sie das Baby immer zuerst an der schmerzenden Brust saugen lassen (falls es von den Schmerzen her möglich ist)
- Erwärmung der Brust und Ausstreichen oder Abpumpen der Milch
- Ausreichend Ruhe und Schlaf, Vermeidung von Stress und Hektik
Wunde Brustwarzen
Gereizte Brustwarzen sind bei regelmäßigem Stillen bis zu einem gewissen Grad ganz normal, leichte Schmerzen sind daher ebenfalls kein Grund zur Sorge. Hellhöriger sollte man werden, wenn die Brustwarzen auch nach mehreren Wochen noch wund und besonders empfindlich sind. Dahinter stecken häufig schmerzhafte Risse oder auch offene Stellen, die zumeist auf falsches Anlegen des Babys zurückzuführen sind.
Homöopathische Hilfe bei wunden Brustwarzen:
- Acidum nitricum D 12: bei rissigen Brustwarzen, tief reichendem Riss, Neigung zum Schwitzen
- Castor equi D 6: bei rissigen Brustwarzen bereits nach kurzer Zeit des Stillens
- Lac caninum D 12: bei schmerzenden, sehr berührungsempfindlichen Brüsten
- Phytolacca D 6: bei Schmerzen beim Stillen ohne äußere Entzündungszeichen; Neigung zu Milchstau
- Silicea D 12: bei länger anhaltenden Entzündung der Brustwarze, die durch einen Riss entstanden ist; Schmerzen beim Stillen, teilweise Blutaustritt aus dem Riss
Welches Mittel in Ihrem individuellen Fall in Frage kommt, sollten Sie mit Ihrem homöopathischen Arzt oder Ihrem Apotheker besprechen. Dasselbe gilt für die Anwendung und Dosierung.
Weitere Tipps bei wunden Brustwarzen:
- Ein paar Tropfen Muttermilch auf der wunden Haut eintrocknen lassen – das fördert die Heilung bei wunden Brustwarzen
- Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme ausführlich zur richtigen "Technik" beim Anlegen beraten
- Wechseln Sie häufiger die Stillposition
- Gönnen Sie Ihrem Busen Wärme – egal ob in der Sonne oder mittels Rotlicht-Bestrahlung
Abstillen
Unabhängig davon, wie lange Sie Ihr Kind stillen möchten – irgendwann ist er da, der Zeitpunkt, an dem es ans Abstillen geht. Experten empfehlen das Abstillen nach etwa sechs Monaten Stillzeit, wobei dies natürlich immer auch eine individuelle Entscheidung ist. Einige Mütter möchten früher auf Beikost wechseln, andere stillen ihr Kind sogar mit zwölf Monaten noch. Natürlich spielt hier auch eine Rolle, ob das Kind überhaupt noch gestillt werden möchte, oder ob es intuitiv die Brust verweigert. Auch Komplikationen wie eine Brustentzündung können das Abstillen nötig machen.
Dabei erfolgt dieser Schritt nicht von jetzt auf gleich. Nach und nach sollte das Kind an Obst- und Gemüsebreis sowie weitere Kost gewöhnt werden. Hier ist Rücksprache mit der Hebamme ebenso hilfreich wie die Beratung in einer Stillgruppe. Ein großer Einschnitt – schließlich wird das eigene Kind jetzt schon ein wenig selbstständiger.
Chemisch-synthetische Medikamente, die die Prolaktin-Bildung und damit auch die Milchproduktion hemmen, sind unter Experten relativ kontrovers diskutiert. Insbesondere aufgrund der Nebenwirkungen (Kreislaufprobleme!) wurden beispielsweise entsprechende Arzneien in den USA bereits vom Markt genommen.
Gerade hier stellt die Homöopathie eine sanfte Alternative dar:
- Phytolacca D 1: Insbesondere nach mehreren Monaten Stillzeit und dem Wunsch nach Abstillen/ z.T. auch bei schmerzhaften Verhärtungen der Brust
- Lac caninum D 6: Bei sehr starker Milchbildung, die auch zwischenzeitliches Abpumpen erfordert bzw. äußere Umstände, die zum Abstillen zwingen
Weitere Tipps rund um´s Abstillen:
- Um die Milchbildung zu reduzieren, sollten Sie jetzt einen eng anliegenden BH tragen oder auch ein Tuch straff um die Brust wickeln. Grundsätzlich ist es jetzt wichtig, die Brust hoch zu tragen
- Zur Minderung der Durchblutung der Brust kann Kühlung hilfreich sein. Kühlkompressen erhalten Sie in der Apotheke
- Sanfte Massagen der Brust wirken Milchstaus entgegen
- Im Fall der Fälle ein wenig Milch abpumpen, aber niemals die Brust leer pumpen, um so nicht wieder die Milchproduktion auf "Nachschub" zu programmieren.
Abb.1 : Homöopathische Mittel bei häufigen Beschwerden und Problemen in der Stillzeit*
|
Problem |
Homöopathische Mittel |
|---|---|
|
Acidum phosphoricum D 12 |
|
|
Phellandrium D 6 |
|
|
Brustdrüsenentzündung im Entzündungsstadium (ggf. Antibiotikatherapie nötig – Rücksprache mit dem Arzt!) |
Belladonna D 6 |
|
Acidum nitricum D 12 |
|
|
Phytolacca D 1 |
* Sprechen Sie auch mit Ihrem Apotheker oder Therapeuten, welches der Mittel in Ihrem individuellen Fall in welcher Dosierung und Potenz in Frage kommt.
→ Sehen Sie hier bewährte Arzneipflanzen der Homöopathie für die Schwangerschaft
Tipps
Wie komme ich gesund durch die Schwangerschaft und wie kann ich mich so gut es geht auf die Geburt vorbereiten?
Nicht nur sanfte Homöopathie kann hier helfen, auch mit einigen einfachen Tipps lässt sich ein gutes Gefühl der Sicherheit gewinnen.
→ Gesund durch die Schwangerschaft
→ Die sanfte Geburt: Tipps zur Vorbereitung
Homöopathie in Schwangerschaft
und Stillzeit
In der Zeit der Schwangerschaft und der Stillzeit ist eine ganz neue Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper gefragt. Schließlich trägt man die Verantwortung für
ein neues Leben. Gerade in dieser Zeit hat sich die Homöopathie als sanfte Form der Heilkunde bereits millionenfach bewährt.
Denn Homöopathie bedeutete Schutz für Mutter und Kind.
→ Lesen Sie mehr über Homöopathie in Schwangerschaft und Stillzeit.
Homöopathie für Babys & Kleinkinder
Gut versorgt vom ersten Tag des Lebens an – Homöopathie hat sich auch bei Babys und Kleinkindern bewährt.
Sanft, zuverlässig und ohne schädliche Nebenwirkungen können die berühmten Kügelchen eingesetzt werden, um die natürlichen Regulationskräfte zu unterstützen.
→ Lesen Sie hier alles über die Möglichkeiten der Homöopathie für Babys und Kleinkinder.
- Sommer, S.: Homöopathie in der Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009
- Dr. med. Keicher, U.: Quickfinder Kinderkrankheiten. Der schnellste Weg zur richtigen Behandlung. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007
- Dr. med. Wiesenauer, M.; Knapp, S.: Homöopathie für Schwangerschaft und Babyzeit. Gräfe und Unzer Verlag, München 2008
Autor: 9monate.de
Letzte Änderung am: 22.05.2012
