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Sonntag, 26. Oktober 2014

Warzen

Warzen
Warzen werden durch einen Virus ausgelöst, der zum Beispiel im Schwimmbad oder Kindergarten übertragen werden kann
(c) Getty Images/Creatas RF

Warzen sind Veränderungen der Haut, welche durch das humane Papillomvirus verursacht werden. Einige Warzentypen äußern sich lediglich durch harmlose Veränderungen der Haut, andere sind hoch ansteckend oder können sich zu Karzinomen (Krebs) entwickeln.

Wodurch werden Warzen verursacht?

Warzen werden durch das humane Papilloma-Virus (HPV) verursacht, von welchem es etwa 80 Unterarten gibt. Bei Kindern und Jugendlichen kommen die gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgares), die Dornwarzen (Verrucae plantares) und die Flachwarzen (Verrucae planae juveniles) am häufigsten vor. Eine Infektion führt jedoch nicht selbstverständlich dazu, dass Warzen entstehen. Ein schwaches Immunsystem, mangelnde Durchblutung und eine Neigung zu starkem Schwitzen sind Faktoren, die Warzen begünstigen können.

Das Virus wird oft über eine Schmierinfektion übertragen und gelangt durch kleinste Hautverletzungen in den menschlichen Organismus. Eine Ansteckung kann zum Beispiel in der Schule oder im Kindergarten auf Turnmatten oder in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern erfolgen. Von der Infektion bis zum Erscheinen erster Warzen können zwischen sechs Wochen und 20 Monate vergehen. In den betroffenen Hautpartien vermehrt sich das Virus und wird mit der Warze nach außen transportiert. Daher kann bereits bloßes Berühren sowie Kratzen oder Reiben der Warzen zu einer weiteren Verbreitung und Ansteckung führen.

Durch welche Symptome äußern sich Warzen?

Eine Warzenerkrankung äußert sich je nach Warzentyp bei Kindern und Erwachsenen auf unterschiedliche Art und Weise. Dornwarzen wachsen an den Fußsohlen in das Innere des Fußes und äußern sich im fortgeschrittenen Stadium bei Belastung des Fußes durch unangenehme Druckschmerzen. Auf der Fußsohle bildet sich an der betroffenen Stelle ein weißlicher, rauer Knoten, der von Hornhaut umgeben ist.

Von Flachwarzen sind vor allem Jugendliche betroffen. Die Erkrankung äußert sich durch schmerzlose, bräunliche, punktförmige Hautveränderungen, die vorwiegend im Gesicht und an den Händen auftreten. Kratzen an den Händen führt mitunter zu einer strichförmigen Anordnung der Warzen.

Gewöhnliche Warzen äußern sich durch ebenfalls schmerzlose Knötchen mit rauer Oberfläche und von bräunlicher Färbung. Bei Jugendlichen und Kindern kommt es vorwiegend an den Händen zu solchen Warzen.

Wie wird die Diagnose von Warzen gestellt?

Warzen können in der Regel direkt durch das jeweilige Erscheinungsbild der Hautveränderungen erkannt werden. Eine Befragung zur Verbreitung der Warzen und zum möglichen Übertragungsweg liefert eventuell weitere Hinweise.

Wie kann man Warzen behandeln?

Oftmals bilden sich Warzen von selbst wieder zurück. Dies passiert vor allem dann, wenn das Immunsystem des betroffenen Kindes oder Erwachsenen geschwächt war und sich wieder erholt hat. Der Selbstheilungsprozess kann auch durch Maßnahmen zur Durchblutungsförderung, wie Massagen oder Wechselbäder, angeregt werden. Die Warzen können mit virushemmenden Wirkstoffen behandelt werden, um eine Verbreitung zu verhindern. Die Entfernung kann mit Präparaten, die Salicyl-, Milch oder Ameisensäure enthalten, erfolgen.

Besonders bei Warzen im Gesicht und an den Händen kommt eine kosmetische Behandlung durch Vereisung oder Laser in Frage, da Warzen nicht selten das persönliche Empfinden stören oder gar das Selbstbewusstsein mindern können. Gegebenenfalls können die Warzen auch operativ entfernt und die betroffene Hautpartie anschließend verödet werden, um auffällige Narben zu vermeiden.

Schmerzhafte Dornwarzen können mit Fußbädern aufgeweicht werden. Anschließend wird ein Teil der Haut abgehobelt und die Stelle mit Salicylsäure beträufelt. In der folgenden Zeit sollten Betroffene auf eine gute Fußhygiene achten.

Hausmittel und Naturheilkunde gegen Warzen

Ein wohl bewährtes Hausmittel gegen Warzen ist das tägliche Betupfen oder Bestreichen der Hautpartie mit Zitronensaft oder frisch geschnittenem Knoblauch. Auch eine Tinktur aus Apfelessig, Kochsalz und Lavendelöl, die auf die Warze getupft wird, soll die Abheilung beschleunigen. In der Homöopathie wird das Mittel Thuja occidentalis zur Behandlung von Warzen verwendet.

Da auch eine Selbstheilung ohne ärztliche oder medikamentöse Unterstützung einige Zeit braucht, lässt sich zur Wirksamkeit von Hausmitteln oder homöopathischen Arzneien keine sichere Aussage treffen. Wichtig ist es, eine Verbreitung der Warzen durch Kratzen zu vermeiden.

Wie verläuft eine Erkrankung mit Warzen?

Warzen heilen bei Erwachsenen und Kindern in der Regel von selbst oder durch entsprechende Behandlung problemlos wieder ab. Es kann jedoch bis zu zwei Jahre dauern, ehe Warzen wieder vollständig verschwunden sind. Durch vermehrtes Kratzen an den Warzen kann es zu einer starken Verbreitung der Warzen oder zu bakteriellen Entzündungen der betroffenen Hautpartien kommen.

Wenn der Betroffene zusätzlich an Neurodermitis leidet, können der Juckreiz und das damit verbundene verstärkte Kratzen zu einer schnellen Verbreitung des humanen Papilloma-Virus führen.

Kann man Warzen vorbeugen?

Warzen kann man nur schwer vorbeugen. Das humane Papilloma-Virus gelangt leicht über winzige Hautverletzungen in den Organismus und kann mitunter erst Monate später Warzen verursachen. Da ein geschwächtes Immunsystem die Entstehung von Warzen begünstigen kann, kann gesunde Ernährung und Bewegung an frischer Luft Warzen eventuell vorbeugen.

Autor: Sarah Liebigt/Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2014
Quellen: Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2013 Renz-Polster, H. et al.: Gesundheit für Kinder, Kösel, München, 2007

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