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Samstag, 23. August 2014

Pfeiffersches Drüsenfieber (Infektiöse Mononukleose)

Pfeiffersches Drüsenfieber
Bei der Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers wird vor allem Bettruhe empfohlen
BananaStock

Beim Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose) handelt es sich um eine sehr verbreitete, durch Viren ausgelöste Erkrankung. Sie wird auch als infektiöse Mononukleose oder Monozytenangina bezeichnet. Die Krankheit tritt vor allem bei Kindern ab dem Kindergartenalter auf. Der Erreger ist das Epstein-Barr-Virus (EBV).

Man geht davon aus, dass im Alter von zwanzig Jahren rund 90 Prozent aller jungen Erwachsenen einmal infektiösen Kontakt mit dem EBV hatten. In den meisten Fällen verläuft die Infektion so harmlos, dass sie nicht von einem leichten grippalen Infekt unterschieden werden kann und daher oft nicht erkannt wird. Nach durchlaufener Infektion besteht im Allgemeinen eine lebenslange Immunität.

Weshalb das Pfeiffersche Drüsenfieber bei Leistungssportlern gehäuft auftritt, ist bis heute nicht geklärt. Vermutet wird, dass intensives körperliches Training und oft zu kurze Regenerationsphasen das Immunsystem insgesamt schwächen und somit die Eintrittspforte für Infektionen aller Art öffnen. In einigen wenigen Fällen kann das Pfeiffersche Drüsenfieber einen schwereren Verlauf nehmen und auch chronisch werden.

Wie entsteht das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Verursacht wird das Pfeiffersche Drüsenfieber durch das Epstein-Barr-Virus (EBV), das zur Familie der Herpesviren gehört. Der häufigste Übertragungsweg ist der Austausch von Speichel, weshalb die Krankheit auch "kissing disease" (Kusskrankheit) genannt wird. Möglich, aber weniger häufig, ist auch eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten).

Zwischen Ansteckung und ersten möglichen Symptomen liegen meist acht bis 21 Tage. Es können auch mehr als sieben Wochen vergehen.

Symptome bei Pfeifferschem Drüsenfieber

In vielen Fällen verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber ohne nennenswerte Symptome, sodass es nicht erkannt wird. Nicht selten wird die Infektion auch für einen mehr oder weniger schweren grippalen Infekt gehalten. Beschwerden, die auftreten können, sind Fieber, Gliederschmerzen und schmerzhaft geschwollene Lymphknoten, vor allem am Hals. Hinzu kommen oft entzündete Rachenmandeln (daher der Name Monozytenangina), die einen weißen Belag aufweisen und starken Mundgeruch verursachen können. Mitunter schwellen auch die Augenlider an, zudem rötet sich oft der Gaumen. Insgesamt fühlen sich Erkrankte oft sehr ermattet und müde. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen vergrößert sich vorübergehend die Milz.

Wie wird das Pfeiffersche Drüsenfieber festgestellt?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann nur durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Entweder anhand eines Blutausstrichs, bei dem die weißen Blutkörperchen unter dem Mikroskop typische Veränderungen zeigen, oder durch einen Antikörpernachweis, der bei infizierten Kleinkindern jedoch nicht immer klare Ergebnisse erbringt.

Wie wird das Pfeiffersche Drüsenfieber behandelt?

Die Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers konzentriert sich auf die Symptome. Empfohlen wird in den meisten Fällen vor allem Bettruhe. Falls nötig, können fiebersenkende Mittel gegeben werden. Kinder sollten jedoch in keinem Fall Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure erhalten, weil dieser das zwar seltene aber lebensgefährliche Reye-Syndrom verursachen kann. Als Alternative eignen sich Paracetamol und Ibuprofen.

Erkrankte sollten viel trinken, nur leicht Verdauliches essen und sich möglichst so lange schonen, bis sie sich kräftig genug fühlen, um in den Alltag wieder einzusteigen. Das gilt insbesondere für Leistungssportler, die ihren Körper nicht zu früh belasten sollten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich im Verlauf der Erkrankung die Milz vergrößert hat. Bei Unklarheit wird Leistungssportlern empfohlen, die Größe der Milz per Röntgenaufnahme überprüfen zu lassen.

Sind die Rachenmandeln mitbetroffen, empfiehlt sich eine sanfte Mundpflege etwa mit Kamillespülungen. Treten gleichzeitig bakterielle Infektion auf, darf nicht das Antibiotikum Penicillin beziehungsweise Ampicillin gegeben werden, da es beim Pfeifferschen Drüsenfieber zu lebensgefährlichen allergischen Reaktionen mit großflächiger Blasenbildung der Haut führen kann.

Verlauf

Nach ein bis drei Wochen ist das Pfeiffersche Drüsenfieber in den meisten Fällen überstanden. Gelegentlich können weitere Wochen bis zu einem Jahr vergehen, bis die alte Leistungsfähigkeit wieder erreicht wird. Schwere und chronische Verläufe werden vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem beobachtet.

Nach durchlaufener Infektion besteht meist eine lebenslange Immunität.

Wie kann man vorbeugen?

Eine ursächliche Vorbeugung gegen das Epstein-Barr-Virus gibt es nicht. Im Allgemeinen schützt ein intaktes Immunsystem vor Infektionen aller Art, so auch vor dem Pfeifferschen Drüsenfieber.

Autor: Peter Gelhard/Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2013
Quellen: Gerd Herold (Hrsg.): Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2007; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Monozytenangina (Pfeiffersches Drüsenfieber). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/022 (Stand: Juni 2001)

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