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Donnerstag, 23. Oktober 2014

Hepatitis B

Hepatitis B
Der beste Schutz gegen Hepatitis B ist die Impfung (Foto: BananaStock)

Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Die Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten. Gegen Hepatitis B schützt eine Impfung, die in Deutschland bereits bei Jugendlichen möglich ist.

Hepatitis B ist eine virusbedingte Infektionskrankheit der Leber. Sie wird durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht. In etwa zehn Prozent der Fälle nimmt sie einen chronischen Verlauf mit der Gefahr von schweren Leberschäden.

Verbreitung von Hepatitis B

In Deutschland sind Schätzungen zufolge mehr als eine halbe Million Menschen Virusträger. Jedes Jahr werden rund 1.000 Neuinfektionen gemeldet, die vermutliche Dunkelziffer liegt jedoch weit darüber. Hierzulande werden seit Mitte der 1990-er Jahre zunehmend Kinder und Jugendliche gegen Hepatitis B geimpft, sodass die Neuinfektionsraten seit einiger Zeit sinken.

Hepatitis B gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen und ist, da das Virus durch Körperflüssigkeiten übertragen wird, besonders unter Prostituierten sowie unter drogenabhängigen und homosexuellen Menschen verbreitet. Auch medizinisches Personal ist überdurchschnittlich häufig betroffen.

Wie wird Hepatitis B verursacht?

Das Hepatitis-B-Virus findet sich in allen Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Tränen, Sperma, Vaginalsekret, Menstruationsblut und dem Sekret der männlichen Cowperschen Drüsen ("Lusttropfen"). Die Zeit von Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt durchschnittlich zwei bis drei Monate.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass bis zu 70 Prozent aller Neuinfektionen auf ungeschützte sexuelle Kontakte zurückgehen. Auch das gemeinsame Benutzen von Spritzen ist ein häufiger Übertragungsweg. Immer wieder kommt es auch bei medizinischem und Pflegepersonal zu Infektionen. Ein schwer zu bezifferndes Risiko stellen auch nicht fachgerecht durchgeführte Tätowierungen und Piercings dar. In etwa einem Drittel aller Fälle lässt sich der Übertragungsweg nicht eindeutig feststellen.

Infektiös sind Betroffene so lange, wie sich HBV bei ihnen nachweisen lassen - auch wenn sie keinerlei Symptome zeigen. Verläuft eine Infektion chronisch, besteht meist eine dauerhafte Ansteckungsgefahr.

Wie äußert sich Hepatitis B?

Das Hepatitis-B-Virus hat zahlreiche Unterformen, die zum Teil zu unterschiedlichen Krankheitsverläufe führen. Allerdings verursacht nicht das Virus selbst die Krankheitssymptome, sondern die Immunreaktion des Körpers.

In etwa einem Drittel aller Fälle bilden sich trotz einer Hepatitis-B-Infektion keine Symptome aus. Dadurch vermehren sich bei den Betroffenen die Viren besonders stark, weshalb sie die Infektion leicht weitergeben können. Ein weiteres Drittel der Betroffenen entwickelt in der Frühphase der Infektion unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Einige Tage später färben sich häufig der Urin dunkel und der Stuhl hell, Haut und Augen nehmen eine gelbliche Farbe an. Darüber hinaus kann die Leber schmerzhaft anschwellen.

Die Symptome klingen meist nach zwei bis vier Wochen ab, sodass es in mehr als 90 Prozent aller Fälle zu einer vollständigen Genesung kommt. Bei jedem fünften bis zehnten Betroffenen nimmt die Hepatitis-B-Erkrankung einen chronischen Verlauf, häufig ohne äußerlich sichtbare Symptome, aber nicht selten mit einer schleichenden Leberschädigung bis hin zum Leberkrebs. Bei jedem Hundertsten kommt es in der akuten Krankheitsphase zu einem lebensgefährlichen Leberversagen.
 

Wie wird Hepatitis B festgestellt?

Hepatitis B lässt sich mittels einer Blutuntersuchung nachweisen. Die Tests zielen zum einen auf möglicherweise erhöhte Serumswerte bestimmter Enzyme ab. Zum anderen fahndet man nach spezifischen Antikörpern, die es erlauben, zwischen einer akuten und chronischen Hepatitis-B-Erkrankung zu unterscheiden.

Wie wird Hepatitis B behandelt?

In den meisten Fällen heilt eine akute Hepatitis-B-Infektion auch ohne die Gabe von Antivirus-Medikamenten vollständig aus. Die Behandlung besteht vor allem darin, die Symptome zu lindern und sich selbst weitgehend zu schonen. Außerdem wird dringend empfohlen, einige Wochen lang gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Eine kohlenhydratreiche und fettarme Ernährungsweise schont die Leber. Zudem ist es ratsam, die Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag zu verteilen.

Müssen aufgrund anderer Erkrankungen Medikamente eingenommen werden, sollte ihre Leberverträglichkeit mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Betroffenen und ihren Helfern ist dringend zu empfehlen, auf penible Sauberkeit und insbesondere strikte Handhygiene zu achten.

Sind die spezifischen Leberwerte länger als sechs Monate lang erhöht, muss man von einer chronisch verlaufenden Hepatitis B ausgehen. In diesem Fall kommen Behandlungsverfahren entweder mit Interferonen infrage, mit deren Hilfe die körperlichen Abwehrkräfte gegen die Viren gestärkt werden, oder mit so genannten Virustatika, die gegen die Vermehrung der Viren arbeiten. Beide Verfahren sind mit mehr oder minder starken Nebenwirkungen verbunden.

Leider ist nicht in dem Fall eine vollständige Heilung der Hepatitis B möglich, weshalb größter Wert darauf gelegt werden sollte, die Infektion zu vermeiden.

Wie verläuft eine Hepatitis B?

Unbehandelt führt eine chronische Hepatitis-B-Infektion meist zu einem lebensgefährlichen Leberschaden (Leberzirrhose) bis hin zur Ausbildung von Leberkrebs. Kommt es zu einem Leberversagen, kann oft nur noch die Transplantation einer neuen Leber helfen. In manchen Fällen entwickelt sich eine so genannte chronisch persistente Hepatitis, bei der sich das Virus im Blutserum zwar noch nachweisen lässt, aber nicht aktiv ist. In diesem Fall sind regelmäßige Bluttests erforderlich. Die chronisch persistente Hepatitis kann in eine aktive Hepatitis umschlagen, aber auch vollständig ausheilen.

Kann man Hepatitis B vorbeugen?

Der beste und letztlich einzig wirksame Schutz vor einer Hepatitis B ist die Impfung, die ab der Pubertät empfohlen wird. Medizinischem und Pflegepersonal ist eine Impfung grundsätzlich anzuraten. Kondome bieten einen weitgehenden, aber nicht umfassenden Schutz vor einer Hepatitis-B-Infektion, weshalb eine Impfung für Prostituierte ebenso wie für homosexuell aktive Männer sehr zu empfehlen ist.

Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen beispielsweise zu einer Nadelstichverletzung im medizinischen Bereich gekommen, ist eine so genannte postexpositionelle Prophylaxe möglich. Dabei wird möglichst zeitnah ein Impfstoff mit spezifischem Hyperimmunglobulin injiziert.

Autor: Peter Gelhard
Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2014
Quellen: Ach übrigens... - Informationen über sexuell übertragbare Krankheiten. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln (Stand: 2007) RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Hepatitis B. Robert Koch-Institut, Berlin (Stand: 01.08.2004)

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