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Dienstag, 28. Februar 2017
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Fruktoseintoleranz

Fruktoseintoleranz
Die meisten Früchte sind für Menschen mit Fruktoseintoleranz besonders in größeren Mengen tabu
iStock/loooby

Fruktoseintoleranz, auch als intestinale Fruktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption (FM) bezeichnet, ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Fruchtzucker (Fruktose). Fruchtzucker kommt natürlicherweise in Früchten und verschiedenen Gemüsesorten vor, ist aber auch Bestandteil gewöhnlichen Haushaltszuckers.

Etwa jeder dritte Deutsche leidet an einer Fruktoseintoleranz. Diese Nahrungsmittelunverträglichkeit kommt in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Die intestinale Fruktoseintoleranz unterscheidet sich von der deutlich seltener auftretenden und grundsätzlich erblich bedingten hereditären Fruktoseintoleranz (HFI, Fruktosämie).

Während Menschen mit einer intestinalen Fruktoseintoleranz geringe Mengen an Fruchtzucker (Fruktose) vertragen, müssen von der hereditären Fruktoseintoleranz betroffene Menschen ganz darauf verzichten.

Ursache der intestinalen Fruktoseintoleranz

Bei einer Fruktoseintoleranz (auch Fruktosemalabsorption genannt) wird der mit der Nahrung aufgenommene Fruchtzucker nicht oder nur in geringen Mengen vom Darm aufgenommen. Die Ursache liegt in einer Störung des Enzyms GLUT-5. Das Enzym GLUT-5 erleichtert normalerweise die Aufspaltung und Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarm. Bei einer Fruktoseintoleranz ist die Funktion von GLUT-5 ganz oder teilweise eingeschränkt und der Fruchtzucker gelangt unverändert zur Verdauung in den Dickdarm. Im Dickdarm verändert sich dadurch die Bakterienbesiedelung und die Fruktose wird vergärt.

Warum Menschen an einer intestinalen Fruktoseintoleranz leiden, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Die Veranlagung kann auch erblich bedingt sein.

Eine Fruktosemalabsorption kann auch vorübergehend auftreten, zum Beispiel nach dem Verzehr von ungewöhnlich viel Obst, Süßigkeiten oder Getränken, die viel Fruchtzucker enthalten. Wie viel Fruktose ein Mensch verträgt, ist unterschiedlich. Durchschnittlich kann man von 35 Gramm Fruchtzucker pro Stunde als Richtwert ausgehen. Auch Milchprodukte wie Fruchtjoghurt können eine nicht unerhebliche Menge Fruktose enthalten. Es empfiehlt sich daher, die Inhaltsstoffe von verarbeiteten Lebensmitteln zu studieren, wenn man unter einer Fruktoseintoleranz leidet.

Symptome der Fruktosemalabsorption

Die Symptome einer Fruktosemalabsorption leiten sich von deren Ursache ab: Durch die Gärungsprozesse im Dickdarm kommt es zu Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall. Häufig treten auch Übelkeit und Erbrechen oder Verstopfung (Obstipation) nach Durchfällen auf. Es können auch eher unspezifische Beschwerden auftreten, die auf eine Fruktoseintoleranz, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Dazu gehören:

  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Aufstoßen und Sodbrennen
  • häufiger Harn- und Stuhlgang
  • weicher Stuhl

Langfristig kann es bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit zu einem Mangel an Zink und Folsäure kommen, da der Darm vor allem einige Spurenelemente nicht mehr richtig aus der Nahrung aufnehmen kann. Der Mangel an Zink und Folsäure kann ein geschwächtes Immunsystem, Haarausfall, entzündliche Hauterkrankungen sowie Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit bis hin zu Depressionen verursachen. Schwangere Frauen mit Fruktoseintoleranz sollten besonders auf die ausreichende Zufuhr von Folsäure achten.

Diagnose der Fruktoseintoleranz

Bei Verdacht auf Fruktoseintoleranz wird durch den Arzt oder die Ärztin ein Wasserstoffatemtest durchgeführt. Dabei wird der Gehalt von Wasserstoff (H2) in der Atemluft bestimmt. Beim Wasserstoffatemtest, auch als H2-Atemtest bezeichnet, handelt es sich um das Standardverfahren zur Diagnose der intestinalen Fruktoseintoleranz. Auch zur Feststellung einer Laktoseintoleranz kann der Wasserstoffatemtest durchgeführt werden.

Ablauf des H2-Atemtests

Der H2-Atemtest wird auf nüchternen Magen durchgeführt. Der Patient oder die Patientin trinkt eine bestimmte Menge gelösten Fruchtzucker. Im Anschluss pustet er oder sie in regelmäßigen Abständen in das Messgerät. Gemessen wird der Wasserstoffgehalt des Atems, denn der durch die Darmbakterien im Rahmen einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit produzierte Wasserstoff gelangt über das Blut in die Lunge.

Therapie der intestinalen Fruktoseintoleranz

Von Fruktoseintoleranz betroffene Menschen müssen weniger Fruchtzucker zu sich nehmen, um Beschwerden zu vermeiden. Obst, Getränke und viele Süßspeisen enthalten Fruchtzucker. Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Mannit oder Xylit können das Enzym GLUT-5 zusätzlich blockieren, daher sollten diese ebenfalls gemieden werden. Der Zuckeraustauschstoff Sorbit kommt übrigens nicht nur als künstlicher Zusatzstoff zum Einsatz, auch in Früchten kommt er vor (zum Beispiel in Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen). Gleichzeitig verzehrter Traubenzucker (Glukose) kann die Toleranz von Fruktose erhöhen.

In einer ersten Phase sollte die Zufuhr von Fruktose für mindestens zwei bis vier Wochen deutliche verringert werden. Nach Abklingen der Beschwerden kann die Zufuhr schrittweise erhöht werden, um die persönliche Toleranzgrenze zu ermitteln.

Weitere Untersuchungen werden nötig, wenn die Beschwerden trotz Befolgen des Diätplans anhalten, da weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Ursachen sein können.

Geeignete Lebensmittel bei Fruktosemalabsorption

Obstsorten mit wenig Fruchtzucker eignen sich für eine Ernährung bei Fruktosemalabsorption. In kleinen Mengen verzehrt stellen Obstsorten wie Avocado, Honigmelone, Papaya, Litchi oder Rhabarber kein Problem dar. Gut geeignet sind auch Kartoffeln, Getreideprodukte, Milchprodukte pur und Gemüse. Fleisch, Fisch oder Eier können problemlos verzehrt werden.

Verlauf der Fruktosemalabsorption

Entscheidend bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit ist die Einschränkung des Fruchtzuckers in der Ernährung. Dadurch lassen sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen gut reduzieren.

Vorbeugen der Fruktoseintoleranz

Der intestinalen Fruktoseintoleranz kann nicht vorgebeugt werden. Durch Einhalten des Diätplans lassen sich die Beschwerden reduzieren. Die Fruktoseintoleranz kann auch nur zeitweise auftreten und von allein wieder verschwinden. Die Ursachen sind unklar.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Dezember 2015
Quellen: Schleip T.: Fruktose-Intoleranz. Trias, Stuttgart 2007 Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: http://www.dge.de (Stand: Januar 2015) Online-Informationen des aid Infodienstes: http://www.was-wir-essen.de (Stand: September 2009)

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