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Freitag, 24. Oktober 2014

Verstopfung (Obstipation)

Verstopfung (Obstipation)
Einer Verstopfung kann vorgebeugt werden - zum Beispiel durch eine ballaststoffreiche Ernährung
(c) Kristin Gründler/Fotolia.com

Verstopfung (Obstipation) ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom für verschiedene Störungen oder Krankheiten. Die Verstopfung äußert sich als sehr seltenem, häufig schwer abzusetzendem Stuhlgang.

Man unterscheidet die vorübergehende, akute Verstopfung und die chronische Verstopfung, die länger als drei Monate anhält. Eine Verstopfung liegt vor, wenn es weniger als zwei Mal pro Woche zum Stuhlgang kommt. Häufig ist diese seltene Entleerung beschwerlich und wird deshalb von Pressen begleitet.

Definition von Verstopfung

Seltener Stuhlgang ist nicht automatisch eine Verstopfung. Wie häufig Stuhlentleerung stattfindet und wie viel dabei ausgeschieden wird, ist individuell und unter anderem abhängig von Art und Menge der Speisen. Findet der Stuhlgang aber sehr selten statt (seltener als zwei Mal pro Woche) und wird die Menge des Stuhls als zu gering empfunden, spricht man von einer Verstopfung.

Etwa drei Mal so viele Frauen wie Männer leiden in Deutschland unter Verstopfung. Dabei nimmt die Häufigkeit mit zunehmendem Lebensalter zu.

Welche Ursachen hat Verstopfung?

Eine häufige Ursache für Verstopfung sind Veränderungen im Tagesrhythmus, wie sie etwa auf Reisen oder auch bei Stress vorkommen. Auch ballaststoffarme Kost oder eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr sowie geringe körperliche Aktivität können dazu führen, dass die Verdauung gestört wird und eine Verstopfung auftritt. Bei Änderung dieser Ursachen normalisiert sich der Stuhlgang in der Regel schnell wieder. Auch das Reizdarm-Syndrom (Colon iritabile) ist ein häufiger Auslöser von Verstopfung.

Eine plötzlich auftretende Verstopfung kann aber auch ein Hinweis auf ein mechanisches Hindernis im Darm sein, beispielsweise durch Tumoren. Deshalb ist es immer ratsam, bei akuter Verstopfung einen Arzt aufzusuchen, wenn als Auslöser der Verstopfung keine Änderung der Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten in Frage kommt.

Weitere Ursachen von Verstopfung sind:

  • Medikamente (z.B. Antidepressiva)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Analfissur
  • Schwangerschaft
  • Kaliummangel
  • Essstörungen
  • psychische Probleme

Verstopfung äußert sich durch seltenen, beschwerlichen Stuhlgang

Neben einem seltenen und beschwerlichen Stuhlgang (weniger als zwei Mal pro Woche) treten bei Verstopfung häufig noch weitere Beschwerden auf:

  • Völlegefühl
  • aufgetriebener Bauch
  • gefühlte unvollständige Darmentleerung nach dem Stuhlgang
  • schwere Entleerung mit Blockadegefühl
  • besonders harter Stuhl

Wie wird eine Verstopfung diagnostiziert?

Bei einem Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) wird der Arzt vor allem nach Art bzw. Konsistenz des Stuhls sowie nach der Häufigkeit des Stuhlgangs fragen. Eine beschwerliche Entleerung ist ein typisches Anzeichen für Verstopfung und der Hinweis darauf hilfreich bei der Diagnose. Nach Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil wird ebenfalls gefragt.

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Schließmuskel und Rektum untersucht werden. Dabei tastet der Arzt den Darm mit einem oder zwei Fingern von innen und außen ab. Diese Untersuchung wird zwar häufig als unangenehm empfunden, bei Entspannung ist sie aber schmerzlos.

Findet sich bei der Tastuntersuchung von Schließmuskel und Rektum noch keine Ursache für die Verstopfung, folgen weitere Untersuchungen:

Wie wird Verstopfung therapiert?

Die Behandlung der Verstopfung richtet sich nach der ursächlichen Störung oder Erkrankung. Sind Medikamente die Ursache, werden diese wenn möglich abgesetzt oder durch andere ersetzt, organische Erkrankungen werden individuell behandelt.

Änderung der Ernährungsgewohnheiten

Um die Verstopfung an sich zu lindern, eignen sich eine Reihe von Maßnahmen. In erster Linie ist es ratsam, die Ernährung umzustellen. Ballaststoffreiche Kost und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Verdauung. Bei häufigem Sitzen ist als Ausgleich körperliche Bewegung wichtig, um zu verhindern, dass es zu einer Darmträgheit kommt.

Medikamente: Abführmittel

Meist reicht eine Umstellung der Lebensweise aus, um Verstopfung zu lindern. Abführmittel (Laxantien) können kurzfristig helfen. Unter Abführmitteln versteht man verschiedene Wirkstoffe, die für eine schnellere Verdauung sorgen. Die Einnahme von Laxantien eignet sich nur zur kurzzeitigen Therapie, da eine dauerhafte Anwendung zu Nebenwirkungen wie Durchfall (Diarrhöe) und Mineralstoffmangel führt.

Wie verläuft Verstopfung?

Die Prognose von Verstopfung ist abhängig von der Ursache. Meist lässt sie sich jedoch durch Umstellung der Ernährungsweise in den Griff bekommen. Da starkes Pressen langfristig zu Hämorrhoiden oder Analfissuren führen kann, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich die Verstopfung nach einiger Zeit nicht legt.

Wie kann man Verstopfung vorbeugen?

Da eine falsche Ernährungsweise eine der Hauptursachen für Verstopfung ist, lässt sich ihr häufig durch eine richtige Ernährung vorbeugen. Diese beinhaltet eine ballaststoffreiche Kost. Ballaststoffe sind vor allem in Vollkornprodukten enthalten. Wichtig ist auch die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Um einen trägen Darm zu aktivieren, eignet sich in erster Linie Sport; vor allem bei sonst überwiegend sitzenden Tätigkeit.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 29. April 2014
Quellen: Müller-Lissner, S., Beil, W.: Moderne Therapie mit Laxantien. Uni-Med Bremen 2006; Siegenthaler, W.: Differenzialdiagnostik. Innere Krankheiten - vom Symptom zur Diagnose. Thieme Stuttgart 2005; Ziegenhagen, D. J., Kruis, W.: Obstipation und Diarrhö. Grundlagen und Therapie. Springer, Berlin Heidelberg 2002

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