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Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Bauchschmerzen sind typisch bei PMS
Getty Images/iStockphoto

Als Prämenstruelles Syndrom (PMS) werden eine Reihe von Beschwerden bezeichnet, unter denen Frauen im gebärfähigen Alter während der zweiten Zyklushälfte leiden können.

Die Symptome reichen von Stimmungsschwankungen über Kopfschmerzen bis hin zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Etwa 20 bis 50 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter dem Prämenstruellen Syndrom. Frauen ab dem 30. Lebensjahr sind häufiger betroffen. Bei drei bis acht Prozent der Betroffenen sind die Symptome besonders ausgeprägt und können so die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Das PMS ist bereits so lange bekannt, dass es schon von Hippokrates (460 bis 370 v. Chr.) beschrieben wurde.

Die Beschwerden bei PMS können zwischen vierzehn und drei Tagen vor der Menstruation beginnen und bis zum Einsetzen der Regelblutung anhalten.

Welche Symptome zeigen sich beim Prämenstruellen Syndrom?

Von einer Befindlichkeitsstörung bis zur Krankheit ist die Bandbreite beim PMS sehr groß. Jede betroffene Frau benötigt somit eine möglichst individuelle Therapie.

Körperliche Symptome bei PMS

Zu den körperlichen Symtomen beim Prämenstruellen Syndrom gehören:

  • Wassereinlagerungen
  • Schmerzhafte Schwellungen der Brüste
  • Allgemeine Schmerzen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Gewichtszunahme
  • Durchfall
  • Rückenschmerzen
  • Unterbauchschmerzen
  • Hautprobleme wie Akne

Psychische Symptome bei PMS

Neben Stimmungsschwankungen gehören eine erhöhte Reizbarkeit oder Ängstlichkeit sowie Kontrollverlust bis hin zu Depressionen zu den psychischen Symptomen des Prämenstruellen Syndroms. Auch Verhaltensänderungen können bei PMS auftreten:

  • Schlafstörungen
  • Appetitveränderungen, vor allem Heißhungerattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • Hyperaktivität
  • Interessensverlust
  • Antriebslosigkeit
  • Sozialer Rückzug

Sonderform des PMS: PMDS

Als besonders schwere Form des PMS gilt die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS). Diese ist offiziell als Krankheit anerkannt. Bei der PMDS stehen die psychischen Symptome im Vordergrund. Manche Betroffene ist hierbei psychisch kaum oder gar nicht in der Lage, an ihrem normalen Alltag teilzuhaben. Auch die körperlichen Beschwerdebilder fallen dabei oft sehr viel deutlicher aus

Welche Ursachen hat das Prämenstruelles Syndrom?

Die Ursachen des Prämenstruellen Syndroms können ebenso vielfältig sein wie dessen Symptome oder Therapiemöglichkeiten. Leider sind die Ursachen in wissenschaftlicher Hinsicht nur unzureichend in ihrer Gesamtheit erfasst und dokumentiert. Es wird angenommen, dass Veranlagung eine Rolle spielen kann. Auch die Lebensumstände im psychosozialen Bereich können ursächlich für PMS mitverantwortlich sein.

So wird das Prämenstruelle Syndrom beispielsweise häufiger bei Frauen beobachtet, die eher eine negative Einstellung zur Menstruation und zu ihrem Körper haben.

Die Stimmungsschwankungen beispielsweise werden dem in der zweiten Zyklushälfte abfallende Östrogenspiegel zugeschrieben. Östrogen ist ein Hormon, das aktivierend auf die Psyche wirkt. Lässt dessen Wirkung nach, kommt es im Körper zu einer Art Entzugserscheinung. Dies sind nur einige Aspekte, die genauen Ursachen sind in ihrer Gesamtheit nicht abschließend geklärt.

Wie wird PMS diagnostiziert?

In den vergangenen Jahren wurden Leitlinien zur Diagnostik des Prämenstruellen Syndroms (PMS) erarbeitet. Diese beinhalten viele unterschiedliche Ansätze. Ein wichtiger Bestandteil ist die ausführliche Anamnese, bei der die Betroffene idealerweise ausführlich über Zusammenhänge von Beschwerden und Zeitpunkt befragt wird. Hierbei ist die psychosoziale Lebenssituation auch sehr wichtig.

Übermäßiger Stress kann die Symptome einer PMS hervorrufen oder verstärken. Zur Diagnostik hat sich auch der so genannte Regelkalender bewährt. Diesen führt man über mehrere Wochen, damit Arzt und Patientin die Symptome den jeweiligen Zyklustagen zuordnen können. So lässt sich ein PMS medizinisch klassifizieren und als solches sicher feststellen. Auch Laboruntersuchungen sind notwendig, um den Hormonspiegel zu erfassen und mögliche Schwankungen zu entdecken. Dann kann eventuell medikamentös behandelt werden.

Welche Therapien gibt es für PMS?

Um die Hormonschwankungen zu regulieren, kann man mit östrogenhaltigen oralen Verhütungsmitteln, wie der Antibabypille, positive Ergebnisse in der Behandlung des Prämenstruellen Syndroms erzielen. Darüber hinaus sollte auch ein Regelkalender zur Therapie herangezogen werden, um die besonders kritischen Zyklustage herauszufinden. Mithilfe des Regelkalenders kann die Frau ihren Alltag selbst dem Zyklus anpassen und sich auf so genannte Krisentage besser einstellen.

Ansonsten wird beim PMS weitgehend symptomatisch behandelt. Entspannungstechniken wie beispielsweise Yoga oder Autogenes Training helfen im Rahmen der Behandlung von psychischer und körperlicher Anspannung, eine allgemeine Gereiztheit zu reduzieren. Die Behandlungsmöglichkeiten des Prämenstruellen Syndroms sind ebenso vielfältig wie deren Symptome.

Wie können sich Frauen vor dem Prämenstruellem Syndrom schützen?

Da das Prämenstruelle Syndrom eine solche Vielfalt von Symptomen und deren Ausprägung zeigt und so viele Faktoren eine Rolle spielen, ist es für gebärfähige Frauen wichtig, möglichst ein gesundes, ausgeglichenes Leben zu führen. Ein festes Präventivprogramm für PMS gibt es daher nicht.

Wie man selbst die Symptome des PMS verbessern kann

Auf das Rauchen zu verzichten, kann sich vorbeugend sehr positiv auswirken, da der Körper sich dann mit einem Giftstoff weniger auseinandersetzen muss. Es wird ebenfalls empfohlen, auf Alkohol und andere potentielle Suchtmittel zu verzichten.

Weitere Empfehlungen  zur Vorbeugung des Prämenstruellen Syndroms sind Verzicht auf Kaffee, Colagetränke, Tee und Salz sowie eine generelle leichte Einschränkung des Flüssigkeitskonsums während der Zeit des PMS, um zum Beispiel Wassereinlagerungen entgegenzuwirken. Vor allem Kaffee scheint die Symptome des PMS zu verstärken.

Eine vitaminreiche Ernährung in der Zeit vor der Regelblutung scheint sich ebenfalls günstig auf PMS auszuwirken. Über den positiven Einfluss durch Kalzium, Vitamin D und Vitamin B6 liegen Studien vor. Regelmäßiger Verzehr von fettreichem Fisch bessert ebenfalls die Symptome des PMS.

Der Menstruationszyklus ist für die meisten Frauen als eine Art Taktgeber zu verstehen. Es kann hilfreich sein, den Alltag und die Lebenssituation ein wenig auf seinen Zyklus einzustellen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2016
Durch: Karin Wunder
Quellen: Gätje, R. et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2011 Pschyrembel, deGruyter Verlag Berlin 2014; Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: http://www.dggg.de (Stand: Oktober 2012); Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. (Stand: November 2012) Von Wolff, M., Stute, P.: Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Schattauer, Stuttgart 2013

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