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Dienstag, 28. Juni 2016
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Mastitis: Brustentzündung

Mastitis: Brustentzündung
In der Stillzeit tritt eine Mastitis (Brustentzündung) häufig auf
Getty Images/Hemera

Mastitis bezeichnet eine Entzündung der Brust. Diese Brustentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Es kann sich dabei um eine lokale Infektion des Brustgewebes handeln, die Mastitis kann ein Anzeichen für eine andere gutartige Brusterkrankung oder Brustkrebs darstellen oder nach einem Trauma der Brust auftreten.

Die Mastitis kann aber auch ein Anzeichen für eine verminderte Abwehrlage und allgemeine Infektion des ganzen Körpers sein, die sich zuerst im Brustgewebe äußert.

Sehr häufig tritt die Mastitis während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf und wird dann als Mastitis puerperale bezeichnet. Außerhalb der Stillzeit wird die Mastitis als Mastitis non-puerpale bezeichnet. Die Mastitis äußert sich

Man unterscheidet folgende Arten der Mastitis:

  • Brustentzündung in der Stillzeit (puerperale Mastitis)
  • Brustentzündung außerhalb der Stillzeit (non-puerperale Mastitis)
  • Akuter und chronischer Brustwarzenabszess (subareolärer Abszess)

Eine Brustentzündung ist im Allgemeinen kein Risikofaktor für Brustkrebs. Es gibt aber Brustkrebsarten, die sich zusätzlich in einer Entzündung der Brust bemerkbar machen. Bei Vorliegen einer Brustentzündung (Mastitis) sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen, um die Ursache feststellen und eine bösartige Erkrankung ausschließen zu können. Je nach Art und Ursache der Entzündung wird eine Therapie mit Antibiotika, kühlenden Umschlägen und entzündungshemmenden Medikamenten empfohlen.

Mastitis während der Stillzeit

Eine Mastitis während der Stillzeit wird als  Mastitis puerperale bezeichnet. Besonders häufig tritt sie im Wochenbett, zwischen der zweiten und vierten Woche nach der Geburt, auf. Sie kann entstehen, wenn über längere Zeit mehr Muttermilch produziert wird, als das Baby trinkt und sich ein Milchstau bildet. Heilt dieser Milchstau nicht aus, tritt Milch in das umliegende Gewebe aus.

Feine Risse an der Brustwarze oder am Warzenhof ermöglichen es außerdem Bakterien, in das Brustgewebe einzudringen. Bedingt durch die etwas schlechtere Immunabwehr während des Wochenbetts kann es zu einer Mastitis kommen.

Auch durch frühes Abstillen kommt es hin und wieder zu einer Brustentzündung. Manchmal ist einfach ein Milchgang verstopft. Die Milch kann nicht mehr austreten, bietet aber einen guten Nährboden für Bakterien.

Symptome der Mastitis puerperale

Die Symptome der Mastitis ähneln zunächst denen des Milchstaus, später kommt Fieber hinzu. Ein schmerzender Knoten in der betroffenen Brust oder wenn die Brust teilweise oder ganz rot und heiß wird, können ebenfalls auf eine Brustentzündung hinweisen. Es entwickelt sich Fieber und die Lymphknoten im Achselbereich können anschwellen und schmerzen. Auch die Stillfunktion kann bei der Mastitis beeinträchtigt sein. Betroffene fühlen sich schlapp und krank.

Behandlung der Mastitis puerperale

Wenn sich die Symptome der Mastitis nach 24 Stunden nicht bessern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besser gleich zum Arzt gehen sollte man bei hohem Fieber. Der Arzt wird ein stillverträgliches Antibiotikum gegen die Mastitis verordnen. Starke Schmerzen können vorübergehend - und nur nach Absprache mit dem Arzt - mit einem Schmerzmittel behandelt werden.

Besonders wichtig ist die weitere Entleerung der Brust, um die Abheilung der Mastitis zu unterstützen. Es sollte unbedingt weitergestillt werden, mindestens jedoch die Brust regelmäßig entleert werden, zum Beispiel durch Abpumpen. Die Bakterien schaden dem Kind meist nicht, denn sie werden in seinem Magen abgetötet. Durch das Weiterstillen und durch leichte Massagen können Sie darüber hinaus erreichen, dass der Milchgang wieder frei wird und die Milch abfließt.

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Behandlung der Mastitis in der Stillzeit ist das Einhalten strenger Bettruhe. Die Bettruhe ist wichtig, damit Sie sich erholen können.

Kühlende Umschläge und Quarkwickel lindern ebenso die Entzündungserscheinungen.

Abszess

Wenn die Mastitis zu spät erkannt und behandelt wird, bildet sich in knapp zehn Prozent der Fälle ein Abszess. Bei einem Abszess handelt es sich um ein Eitergeschwür, das eröffnen werden muss. Wenn der Abszess klein ist, reicht dazu eine sterile Nadel. Bei größeren Abszessen muss er mit Hilfe einer kleinen OP eröffnet werden, damit der Eiter vollständig abfließen kann. Je nach Größe des Abszesses ist dafür eine Teilnarkose oder auch eine Vollnarkose sinnvoll, denn die entzündete Brust kann sehr schmerzempfindlich sein.

Nachdem der Abszess eröffnet wurde, kann der Eiter ablaufen. Der Schnitt wird nicht zugenäht, damit die Bakterien nicht in der Wunde eingeschlossen werden. Der behandelnde Arzt legt häufig eine Drainage, damit der nachfolgende Eiter ablaufen kann. Die Wunde soll danach langsam von innen nach außen heilen. Diesbezüglich ist eine regelmäßige Wundpflege notwendig.

Brustentzündung außerhalb der Stillzeit

Die Mastitis nonpuerperale ist eine unspezifische Brustentzündung, die außerhalb einer Schwangerschaft oder Stillzeit auftritt. Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 40 Jahren sind am häufigsten betroffen. Früher handelte es sich bei 70 Prozent der Brustentzündungen um eine Mastitis puerperale, die in der Stillzeit auftritt. Die Häufigkeit der Brustentzündung außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit hat in den letzten Jahren aber stetig zugenommen. Warum das so ist, ist bislang nicht ausreichend erforscht.

Mögliche Ursachen und Formen der Mastitis nonpuerperale

Häufig sind Bakterien oder Keime die Ursachen einer Brustentzündung außerhalb der Stillzeit. Sie dringen durch Risse oder Fissuren in das Bindegewebe ein und verursachen die Entzündung. Sind nicht Bakterien oder Keime verantwortlich für die Mastitis, kann auch eine vermehrte Sekretbildung in der Brustdrüse die Ursache für die Mastitis sein.

Eine Mastitis nonpuerale kann auch ein Anzeichen für Brustkrebs darstellen. Sie geht häufig mit einer gesteigerten Sekretion aus der betroffenen Brustwarze einher.

Eine Brustentzündung kann vor allem dann auftreten, wenn man besonders anfällig für Infektionen ist. Das Ausmaß der Entzündung ist verschieden ausgeprägt, sie kann sowohl das Binde- und Drüsengewebe mit einer diffusen Entzündung der Brust betreffen als auch die Milchgänge. Die Entzündung der Milchgänge mit Verstopfung der Milchsinus führt zu einer lokal begrenzten Entzündung, woraus sich ein Abszess entwickeln kann. Die Entzündungen kann nicht-bakterielle oder bakterielle Ursachen haben, die je nach verantwortlichem Bakterium antibiotisch behandelt werden muss.

Eine gesteigerten Milchsekretion, die zum Milchstau und einer bakteriellen oder nicht bakteriellen Entzündung führt, kann durch die gesteigerte Ausschüttung eines Hormones, das Prolaktin, das für die Milchsekretion zuständig ist, ausgelöst werden. Diese sogenannte Hyperprolaktinämie wird durch Stress, durch bestimmte Medikamente oder einer Schilddrüsenunterfunktion gefördert. In diesem Zusammenhang werden auch häufig Zyklusunregelmäßigkeiten beobachtet. Es ist deshalb wichtig, von ihrem behandelnden Arzt die Ursache der Mastitis abklären zu lassen.

Das Rauchen stellt einen erheblichen Risikofaktor zur Entstehung einer Mastitis nonpuerperale dar. Das Drüsensekret bei betroffenen Raucherinnen weist eine acht- bis zehnfach erhöhte Konzentration als im Blut auf. Auch eingezogene Brustwarzen (Schlupfwarzen) können einen Risikofaktor für die Entstehung einer Brustentzündung darstellen.

Symptome und Diagnose der Mastitis nonpuerperale

Eine Rötung der Brust ist das erste Anzeichen für eine Mastitis. Das Ausmaß der Rötung schwankt zwischen geldstück- bis handtellergroß, kann aber auch die ganze Brust betreffen. Die betroffenen Brust fühlt sich außerdem wärmer an und man kann einen schmerzenden Knoten tasten, der je nach Ausmaß der Entzündung bis faustgroß wird und die Brust optisch vergrößert. Etwa 76 Prozent der Patientinnen klagen über starke Schmerzen in der Brust, die sich bis in die Achsel-Höhle heraufziehen und mit einer Schwellung der Lymphknoten einhergehen können.

Der Arzt wird eine ausführliche Anamnese machen und ihre Brust untersuchen. Je nach Befund wird er danach eine Blutuntersuchung mit Bestimmung von Entzündungsparametern, Schilddrüsen- und Prolaktinwerten und gegebenenfalls eine Röntgen-Untersuchung der Brust (Mammographie) veranlassen oder einen Ultraschall machen.

Therapie der Mastitis nonpuerperale

Je nach Befundergebnis erfolgt die Behandlung im Anfangsstadium mit kühlenden Umschlägen oder auch Quarkwickeln 3 bis 4 Mal täglich. Sie sollten versuchen, die Brust zu entlasten und beispielsweise einen straffen BH tragen. Bei einer bakteriellen Entzündung werden neben entzündungshemmenden Medikamenten auch Antibiotika verordnet. Alternativ können homöopathische Mittel helfen. Liegen erhöhte Prolaktinwerte vor, kann ihr Arzt vorrübergehend Prolaktinhemmer verordnen.

Bei einem Abszess kann Wärme in Form von Rotlicht oder warmen Umschlägen die Heilung fördern. Ansonsten sollte frühzeitig eine Eröffnung oder eine komplette operative Entfernung des Abszesses angestrebt werden, damit der Abszess nicht chronisch wird und Fisteln ausbildet.

Brustwarzenabszess

Eine Entzündung oder sogar Abszess unter dem Brustwarzenhof entsteht dann, wenn eine der Talgdrüsen, die sich dort befinden, verstopft ist und sich Keime ansiedeln. Besonders leicht kann das bei Frauen mit Hohlwarzen passieren, da ihre Drüsen engere Öffnungen haben.

Subareolärer Abszess

Die Entzündung führt zunächst zu einer Hautrötung und zu Schmerzen. Der entstehende Eiter kann nicht abfließen und sammelt sich in einer kleinen Höhle. So kommt es zu einem Abszess. Dieser Abszess schwillt an und wird am Rand der Brustwarze als wunde, heiße und gerötete Stelle sichtbar. Der Fachausdruck für diesen Abszess der Brustwarze ist "subareolärer Abszess".

Wenn die Entzündung früh entdeckt wird, wird sie mit Antibiotika, kühlenden Umschlägen und entzündungshemmenden Mitteln behandelt. Auch eine homöopathische Behandlung kann helfen. Ist die Entzündung weiter fortgeschritten und bereits ein Abszess entstanden, dann muss er eröffnet werden. Dies geschieht meist über einen kleinen Schnitt am Rande des Warzenhofes. Der Eiter kann dann ablaufen und nach einer Spülung der Wunde wird die Wunde offen gelassen, damit sie von innen heilen kann. Häufig wird auch eine Drainage gelegt, damit das Wundsekret und weitere Eiter besser abfließen kann.

Chronischer Abszess

Manchmal können die Entzündungen des Brustwarzenvorhofes wieder auftreten und bei nicht ausreichender Behandlung kann auch eine chronische Entzündung oder Abszess entstehen. Die Talgdrüse entzündet sich trotz Antibiotika und Drainage immer wieder. Es kann sich eine Verhärtung bilden, die häufig sehr empfindlich und auch schmerzhaft sein können. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, die dauerhaft entzündete Drüse operativ entfernen zu lassen.

Die betroffenen Talgdrüsen sitzen unter dem Warzenhof. Zur Entfernung muss auch ein kleines Stück aus dem Warzenhof entnommen werden. Nach der Operation kann eine kleine Narbe oder ein kleines Loch an der Stelle zurückbleiben, an der das entzündete Gewebe entnommen wurde. Die Operation hat aber meist keine Auswirkung auf die Stillfähigkeit noch auf das Sexualleben.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 31. März 2016
Durch: Karin Wunder
Quellen: Gätje, R.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2011 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Therapie entzündlicher Erkrankungen in der Stillzeit. AWMF-Register-Nr. 015/071 (Stand: 2013)

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