Ein Angebot von Lifeline
Montag, 23. Januar 2017
Menu

HPV-Impfung

HPV-Impfung
Seit Ende August 2014 empfiehlt die deutsche Ständige Impfkommission (STIKO) die Imp- fung gegen Humane Papillomviren (HPV-Impfung) bereits für Mädchen ab 9 Jahren
(c) iStockphoto

Die HPV-Impfung wird seit 2007 von der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfohlen. Alle Mädchen zwischen neun und 17 Jahren sollten die meistens dreimalige HPV-Impfung möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchführen lassen, um insbesondere Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

HPV – was ist das?

HPV bedeutet Humanes Papillom Virus. Es handelt sich hierbei um eine ansteckende Virusinfektion, von der es weit über hundert Arten gibt. Viren werden meist vom körpereigenen Immunsystem eliminiert, doch einige Virenarten werden von Fachleuten für ernste Erkrankungen mitverantwortlich gemacht. Der Virologe Harald von Hausen forscht seit den 1970er Jahren an Papillomviren als Auslöser für Erkrankungen. Im Rahmen dieser Arbeit bekam er 2008 den Nobelpreis für Medizin.

Die HPV-Impfung richtet sich gegen vier der über hundert Virenarten. In der Fachliteratur sind alle HPV-Arten durchnumeriert. Einen Impfschutz gibt es derzeit lediglich gegen HPV 6, 11, 16 und 18. Erkrankungen können jedoch auch durch viele andere HPV-Virenarten begünstigt werden.

Wie kann man sich mit HPV-Viren anstecken?

Eine Ansteckung mit dem HPV-Virus geschieht über Kontaktinfektion, vermutet wird auch eine Möglichkeit der Schmierinfektion. Häufig wird der HPV-Virus beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Symptome einer Erkrankung lassen sich oft im Genitalbereich, an der Gebärmutter oder am After finden. Hier können verschiedene Warzenformen, beispielsweise Feigwarzen, entstehen, die häufig vom Betroffenen unbemerkt bleiben. Oft verschwinden diese von alleine. Auch im Mundraum, an der Zunge oder am Kehlkopf lassen sich manche HPV-Virenarten nachweisen.

Warum werden generelle HPV-Impfungen für Mädchen empfohlen?

Experten gehen davon aus, dass etwa die Hälfte aller sexuell aktiven Menschen mit HPV-Viren belastet sind, ob diese nun Symptome zeigen oder nicht. Von einer flächendeckenden Impfung erhoffen sich Experten, dass die HPV-Infektionen und deren Auswirkungen zurückgehen. Inzwischen sind in über 80 Ländern der Erde Impfempfehlungen bezüglich einer HPV-Impfung ausgesprochen worden. In manchen Ländern wie in Österreich und der Schweiz wird auch eine Impfung für Jungen angeraten. Vorzugsweise soll die Impfung früh, im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, verabreicht werden. In Deutschland wird die HPV-Impfung für Mädchen ab dem  9. Lebensjahr empfohlen. Die Wirksamkeit der Impfung ist dann besonders hoch und es werden nur zwei statt drei Impfdosen benötigt. Wichtig ist, dass die Impfung möglichst vor dem ersten Sexualkontakt durchgeführt werden sollte.

Welche Risiken können mit HPV-Impfungen gemindert werden?

70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) werden von den beiden HPV-Arten 16 und 18 ausgelöst. Aufgrund dessen scheint eine Impfung hier sinnvoll zu sein. Allerdings können auch noch über ein Dutzend andere HPV-Arten zum Zervixkarzinom führen, diese aber in deutlich geringer Wahrscheinlichkeit. Die so genannten Feigwarzen (Kondylome) sind Gewebewucherungen im Genitalbereich, die zu 90 Prozent auf die beiden HPV-Arten 6 und 11 zurückzuführen sind.

Gibt es unerwünschte Nebenwirkungen nach HPV-Impfungen?

Die unerwünschten Nebenwirkungen nach HPV-Impfungen liegen im Bereich aller gängigen Impfungen. Studien haben keine signifikanten Unterschiede bei den Nebenwirkungen zwischen HPV-Impfungen und entsprechenden Placebogaben in den Kontrollgruppen nachweisen können. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Rötungen und Juckreiz der Einstichstelle nach der Injektion, Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Diese wurden in ähnlicher Häufigkeit bei den Probanden festgestellt, die eine Placebo-Injektion bekamen. Es wurden auch wenige schwere Nebenwirkungen beobachtet, diese konnten aber nicht direkt mit den HPV-Impfstoffen in Verbindung gebracht werden.

Cervarix und Gardasil als gängige HPV-Impfungen

Der Impfstoff Cervarix wird als bivalent bezeichnet, weil er vor zwei HPV-Arten schützt, dies sind die HPV-Typen 16 und 18, die als auslösend für Gebärmutterhalskrebs gelten. Gardasilâ hingegen beugt als tetravalenter Impfstoff den HPV-Arten 6, 11, 16 und 18 vor. Dies bietet zusätzlich Impfschutz gegen Kondylome, da diese durch HPV-Typ 6 und 11 ausgelöst werden können.

Warum ist die HPV-Impfung so umstritten?

Die HPV-Impfung ist in Deutschland umstritten. Beide Mittel sind sehr teuer und wurden von ihren Herstellern zum Teil aggressiv beworben. Die Dauer der Wirksamkeit ist noch nicht abschließend geklärt und soll in zukünftigen Studien geklärt werden. Eine Skepsis bezüglich der HPV-Impfung in dessen Wirksamkeit ist jedoch aus medizinischer Sicht weitgehend unbegründet. Natürlich sollten Mädchen im Rahmen der Sexualerziehung lernen, dass es noch viele weitere Geschlechtskrankheiten sowie die Möglichkeit einer ungewollten Schwangerschaft gibt.

HPV-Impfung sinnvoll

Eine HPV-Impfung scheint sinnvoll zu sein. Trotz Impfung kann jedoch nicht garantiert werden, nicht trotzdem zu erkranken, da andere HPV-Arten als Typ 6, 11, 16 und 18 eben auch Erkrankungen auslösen können. Eine therapeutische HPV-Impfung, die eine Infektion heilt, gibt es derzeit nicht. Hat ein Patient allerdings nur ein nachgewiesenes HPV-Virus, kann eine Impfung trotzdem noch gegen die anderen HPV-Arten vorbeugen.

Gibt es einen sicheren Schutz ohne HPV-Impfung?

Der sicherste Schutz gegen eine HPV-Infektion ist ein monogames Sexualleben. Haben beide Partner vorher noch keinen anderen Sexualpartner und bleiben sie monogam ist dies der sicherste Schutz vor einer HPV-Infektion.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Juni 2015
Durch: Miriam Funk
Quellen: De Gruyter, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2013, de Gruyter Verlag, Berlin 2015; Breckwoldt, M.; Kaufmann, M.; Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart 2008; Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts Berlin, http://www.rki.de (Stand: Mai 2015)

Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Frauengesundheit

Die Laparoskopie (Bauchspiegelung) ermöglicht es, Organe im Bauch oder im Becken über einen vergleichsweise kleinen Schnitt zu betrachten, zu untersuchen und zu behandeln. Als minimal-invasiver Eingriff wird... Mehr...

Frauengesundheit

Die Röntgendarstellung der Eileiter ist eine gynäkologische Untersuchungsmethode, die durchgeführt wird, wenn ein Verdacht auf Unfruchtbarkeit der Frau besteht. Mittels eines Kontrastmittels werden die... Mehr...

Frauengesundheit

Die Scheidenpilzinfektion tritt relativ häufig auf: Drei bis vier Frauen leiden mindestens ein Mal in ihrem Leben an einem Scheidenpilz. Der Hefepilz Candida albicans ist die häufigste Ursache für die... Mehr...

Nur wenn Sie selbst gesund sind, hat Ihr Baby eine optimale Umgebung

mehr lesen...
Neuste Themen in den Foren
Weitere interessante Themen
  • Zyklusstörungen

    Zyklusstörungen sind Unregelmäßigkeiten im weiblichen Zyklus. Die Störung kann sich auf die Häufigkeit, die Stärke und die Dauer der Menstruation beziehen. Mehr...

Zum Seitenanfang