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Herpes genitalis

Herpes genitales
Kondome können vor Herpes genitalis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen (Quelle: Tomizak/PIXELIO)
pixelio.de

Herpes genitalis ist eine Virusinfektion, die durch Herpes simplex-Viren ausgelöst wird. Er gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten und befällt Haut und Schleimhäute.

Etwa 20 Prozent aller Erwachsenen in den westlichen Ländern leiden immer wieder unter Herpes genitalis. Häufig erfolgt die erste Infektion (Primärinfektion) nach der Pubertät mit der Aufnahme sexueller Kontakte.

Was sind die Ursachen von Herpes genitalis?

Die Ursache von Herpes genitalis ist eine Infektion mit dem Herpes simplex-Virus. Der häufigste Auslöser ist der Herpes simplex Virus-Typ 2 (HSV-2), der fast ausschließlich durch sexuellen Kontakt übertragen wird.

Eine andere Möglichkeit der Ansteckung ist die Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt. Aber auch der Auslöser des weit verbreiteten Lippenherpes (Herpes labialis), der Herpes simplex Virus-Typ 1 (HSV-1), kann einen genitalen Herpes auslösen.

Was sind die Symptome des Herpes genitalis?

Die erste Infektion mit dem Herpes simplex-Virus (Primärinfektion) hat eine durchschnittliche Inkubationszeit von zwei bis acht Tagen. Dann kommt es zum ersten Ausbruch, der die typischen Symptome für Herpes genitalis aufweist:

  • Schwellungen der Schleimhäute
  • Rötungen und Juckreiz
  • Schmerzende Bläschen
  • Verkrustungen
  • Entzündungen
  • Ausfluss

Die Beschwerden zeigen sich an Scheide, Vulva oder Penis, aber auch am Anus und in den angrenzenden Bereichen. Beim ersten Ausbruch von Herpes genitalis kommt es neben den charakteristischen Beschwerden zu Fieber und seltener zu Lymphknotenschwellungen.

Der erste Ausbruch von Herpes genitalis ist häufig schwerer als die späteren. Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl treten eher selten auf. Auch die Schwere der Symptome im Genitalbereich nimmt in der Regel im Laufe der Zeit ab.

Wie wird Herpes genitalis diagnostiziert?

Die typischen Symptome von Herpes genitalis sind wegweisend für die Diagnose. Vor allem Bläschen im Genitalbereich weisen auf eine Herpes-Infektion hin.

Das Herpes simplex-Virus ist außerdem über Antikörper im Blut nachweisbar. Auch im Abstrich der infizierten Stellen finden sich Antikörper.

Wie lässt sich Herpes genitalis therapieren?

Wie alle Herpes simplex-Erkrankungen lässt sich auch der Herpes genitalis nur symptomatisch behandeln. Das Virus bleibt lebenslang im Körper und kann immer wieder zu Ausbrüchen führen. Die meist etwas schwerere Erstinfektion mit Herpes genitalis wird mit Aciclovir in Tablettenform oder als Injektion behandelt. Der Wirkstoff wirkt virushemmend und mindert die Symptome.

Alle folgenden Ausbrüche lassen sich äußerlich mit einer aciclovirhaltigen Salbe behandeln. Die Salbe verhindert Verkrustungen und lindert Schmerzen, außerdem begünstigt sie die Abheilung. In besonders schweren Fällen oder wenn der Ausbruch lange anhält, kann Aciclovir auch bei späteren Ausbrüchen noch angewendet werden.

Tritt Herpes genitalis häufig und besonders schwer und lange auf, kann Aciclovir über einen bestimmten Zeitraum auch vorbeugend eingenommen werden.

Wie verläuft Herpes genitalis?

Herpes genitalis verläuft in den meisten Fällen komplikationslos. Mit zunehmendem Alter vermindert sich die Schwere der Ausbrüche. Mögliche Komplikationen, die durch Herpes simplex-Infektionen ausgelöst werden können, sind Infektionen des Auges und das Eczema herpeticatum Kaposi. Beim Eczema herpeticatum Kaposi verschlimmert sich der Herpes genitalis massiv und breitet sich auf größere Hautflächen aus. Zusätzlich entsteht hohes Fieber. Werden die Augen mit dem Herpes simplex-Virus infiziert, kann Erblindung die Folge sein.

Häufig wird Herpes genitalis von der Mutter auf das Kind während der Geburt übertragen. Bei Neugeborenen ist es möglich, dass die Infektion sehr schwer verläuft. Es ist deshalb ratsam, sich während Ausbrüchen in der Schwangerschaft unbedingt ärztlich betreuen zu lassen.

Wie kann man Herpes genitalis vorbeugen?

Wie bei allen Herpes-simplex-Infektionen kann man Ausbrüchen des Herpes genitalis nur bedingt vorbeugen. Den stärksten Einfluss hat das Immunsystem. Ausbrüche kommen nur vor, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Deshalb ist es ratsam, alles, was die Abwehr schwächen kann, zu vermeiden. Dazu gehören:

Um eine Ausbreitung von Herpes genitalis zu vermeiden, empfiehlt es sich, die infizierten Stellen nicht mit den bloßen Händen zu berühren.

Der Gebrauch von Kondomen schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten, auch vor Herpes genitalis.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2015
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI): Herpes-simplex-Virus-(HSV)-Infektionen. AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 048/003 (Stand: 1998); Piper, W.: Innere Medizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007; Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

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