Geburtsmethoden
Interessensgruppen für unterschiedliche
Geburtsmethoden bilden sich
Seit Kriegsende wurde in Westdeutschland, an Stelle der bis dahin
üblichen Hausgeburt, die Geburt in der Klinik
forciert. Da viele Frauen mit den Bedingungen dieser Geburt nicht
einverstanden waren, bildeten sich schon vor 25 Jahren
Interessengruppen, die sich kritisch mit dem Klinikbetrieb, der
medizinischen Technik und der psychosozialen Betreuung von
Schwangeren auseinander setzten. Anfang der siebziger Jahre ging es
zunächst um die "sanfte
Geburt", um die Vermeidung einer Trennung des Neugeborenen von
der Mutter (Rooming-in) und um eine Aufwertung des Stillens als wichtiger
psychosozialer Aspekt der Mutter-Kind-Beziehung. Heute sind die
Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Geburtsmethode so breit
gefächert wie nie zuvor. Zwischen der natürlichen Entbindung und der
medizinisch
programmierten Geburt gibt es zahlreiche Varianten, wo und wie
eine Geburt vonstatten gehen kann.
Hausgeburt
Viele Frauen wünschen sich, ihre Kinder heute auf
möglichst natürlichem Wege zu entbinden. Eine Hausgeburt bietet den Gebärenden die
Möglichkeit, in der vertrauten Umgebung in einem intimen
Rahmen zu entbinden. Hier können Sie verschiedene
Gebärpositionen ausprobieren: hocken, knien, stehen, liegen,
sitzen und sich ganz Ihrem Rhythmus hingeben. Bei einer Hausgeburt
übernehmen die (werdenden) Eltern die volle Verantwortung
für die Geburt. In der Regel ist bei einer Hausgeburt eine
erfahrene Hebamme anwesend, die die
Geburt überwacht und leitet. Falls unter der Geburt ein
ernsteres Problem
auftritt, kann eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich
sein.
Ambulante Geburt
Wenn Sie auf die technischen Sicherheiten einer Klinik nicht
verzichten möchten, aber dennoch ein relativ entspanntes
Umfeld schätzen und nach der Entbindung auch schnell wieder
nach Hause wollen, dann ist die ambulante Geburt für Sie vielleicht
die richtige Lösung. Diese Form wird in manchen Kliniken und
in Geburtshäusern angeboten. In den Kliniken und den
Geburtshäusern können Sie mit einer Hebamme Ihrer Wahl
entbinden, es befindet sich aber für den Notfall die ganze
Palette der technischen Unterstützung sowie immer auch eine
Fachärztin im Hintergrund. Nach einer ambulanten Entbindung
verbleiben Mutter und Kind nur wenige Stunden unter Beobachtung und
können dann nach Hause gehen.
Klinikgeburt
Wenn Sie allerdings zu einer Risikogruppe gehören, wenn die
Vorsorgeuntersuchungen
Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf ergeben haben
oder wenn Sie sich im Krankenhaus einfach sicherer fühlen,
dann sollten Sie eine Klinikgeburt
planen. Für Notfälle ist ein Krankenhaus optimal
eingerichtet. Hier stehen bei einer Frühgeburt Kinderärzte bereit, die
sich um das Baby kümmern. Bei Problemen während der
Austreibungsphase kann hier
schnell mit einer Saugglocke oder Geburtszange weitergeholfen werden. Im
Krankenhaus kann im Notfall ein Kaiserschnitt in schnellstmöglicher
Zeit durchgeführt werden.
Informieren Sie sich rechtzeitig und
ausführlich
Sie sollten sich rechtzeitig erkundigen, bevor Sie sich auf eine
Methode oder eine Klinik festlegen.
Welche der Geburtsmethoden kommt für Sie in Frage?
Welche Hebamme unterstützt Sie hierbei?
Welches Krankenhaus wendet welche Methode an?
Nehmen Sie an Geburtsvorbereitungskursen teil!
Schauen sich den Kreißsaal an!
Lernen Sie die Hebammen und Ärzte kennen!
Moderne Geburtsmethoden in Kliniken
Viele Krankenhäuser bieten außer der medizinisch
kontrollierten Geburt, die in den siebziger Jahren üblich war,
auch moderne Geburtsmethoden an. Zu den Angeboten der meisten
Kliniken zählen heute:
Die natürliche Geburt: Hier kann die Frau die Geburtsstellung selbst wählen. Die Geburt wird nicht durch Medikamente zeitlich terminiert.
Die sanfte Geburt: Hierbei wird viel Wert darauf gelegt, wie mit dem Neugeborenen in den ersten Minuten und Stunden nach der Entbindung verfahren wird.
Die Wassergeburt: Viele Frauen empfinden diese Geburtsmethode als sehr entspannend.
Schauen Sie sich die Kliniken an, die für Ihre Entbindung in Frage kommen. Tragen Sie die Informationen zusammen, die für Ihre Entscheidung notwendig sind.
Fragen, die für die Wahl der Klinik und der Geburtsmethode relevant sindAutor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.09.2007
