Fish-Test -- Fluorescence in situ hybridization
Fluorescence in situ hybridization
(FISH) ist ein 24-Stunden-Schnelltest, um die Chromosomen
oder Gene bestimmter Zellkulturen sichtbar zu machen. Der FISH-Test
wird immer häufiger als Schnelltest zur Auswertung der
Zellkulturen nach einer Amniozentese, aber auch zur Krebserkennung
angewendet.
Der hier vorgestellte Schnelltest kann die konventionelle
Chromosomenanalyse nicht ersetzen, sondern ist als parallel
durchzuführendes Verfahren anzusehen, das einen großen
zeitlichen Vorteil bietet.
Die moderne Technik erlaubt
es heute, eine direkte Analyse an unkultivierten Zellen (zum
Beispiel aus Amnionzellen) vorzunehmen.
Da aber die Veränderung einzelner Zellen nichts über eine
Chromosomenstörung eines Menschen aussagt, müssen von
jeder Fruchtwasserprobe
mindestens 50 Zellen untersucht werden, um ein vernünftiges
Ergebnis ableiten zu können.
Da der FISH-Test noch recht neu ist, muss noch durch
qualitätssichernde Maßnahmen kontrolliert werden,
welcher Anteil von veränderten Zellen im spezifischen Fall
toleriert werden kann - wann man von einer Chromosomenstörung
ausgehen darf. Zahlreiche Untersuchungen hierüber laufen
noch.
Per FISH-Test können numerische Chromosomenaberrationen der Chromosomen 13, 18, 21, X und Y an unkultivierten Fruchtwasserzellen erkannt werden.
Die größte FISH-Studie in
Oberhausen
Im Evangelischen Krankenhaus in
Oberhausen wurde die bislang größte klinische
FISH-Studie an unkultivierten Amnionzellen in Deutschland
durchgeführt. Parallel zur herkömmlichen Auswertung nach
einer Amniozentese wurde die FISH-Diagnostik für die
Chromosomen 13, 18, 21, X und Y erstellt. Mit diesem Verfahren
konnte der größte Teil aller zu erwartenden numerischen
Chromosomenstörungen innerhalb von 24 Stunden erkannt werden.
Insgesamt wurde die neue Methode an 708 Fruchtwasserproben zwischen
der 12. und 35. Schwangerschaftswoche durchgeführt. In
über 98% verlief die Untersuchung erfolgreich.
In 91,8% konnte eine Diagnostik, die sich auf mindestens 50
ausgewertete Zellkerne begründete, erfolgreich
durchgeführt werden.
In etwa 7% standen weniger als 50 Zellkerne zur Beurteilung zur
Verfügung. In diesen Fällen konnte der Befund nur
eingeschränkt erhoben werden.
In 1,3% der Fälle konnte kein FISH-Befund erhoben
werden.
Von 650 erfolgreich durchgeführten FISH-Analysen waren 62
auffällig
(darunter 27 Trisomien 21, zehn
Trisomie 18 Fälle sowie
sechs Triploidien). Alle diese über FISH-Analyse
herausgefundenen Chromosomenstörungen wurden auch
nachträglich bestätigt.
In fünf Fällen lagen andere chromosomale
Veränderungen vor, welche durch die FISH-Methode nicht zu
erfassen waren, da sie andere Chromosomen betrafen. Diese fünf
FISH-Analysen wurden daher als nicht auffällig eingestuft.
Zusammenfassung:
Der FISH-Schnelltest
kann zwar den größten Teil, jedoch methodenbedingt nicht
alle Chromosomenstörungen erkennen. Viele Strukturaberrationen
oder seltene Trisomien sind auf diese Weise nicht diagnostizierbar.
Derartige Störungen machen zirka 10 bis 15% aus.
Daher kann nach wie vor nicht auf die konventionelle Auswertung
verzichtet werden, um die etwa 10 bis 15% klinisch relevanten
Störungen zu erfassen, welche über den Schnelltest nicht
erkennbar sind.
Gesundheitspolitik
Aufgrund der Kosten
kann die FISH-Diagnostik an unkultivierten Amnionzellen in unserer
momentanen gesundheitspolitischen Situation nicht allgemeiner
Bestandteil der vorgeburtlichen Diagnostik sein.
Diese Diagnostik kann nur unter besonderer Indikationsstellung
erfolgen. Grundsätzlich wird der Test nur nach intensiver
Beratung der Schwangeren durchgeführt, um hier im Vorfeld
schon auf die Aussagekraft und die sich hieraus ergebenden
möglichen Konsequenzen hinzuweisen.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 11.09.2008
