Chatprotokoll zum Expertenchat:
Asthma bei Kindern
01.10.2008, 19-19:30Uhr im Raum QualiMedic Chat
Miriam, QualiMedic: Herzlich willkommen zum heutigen Expertenchat zum Thema "Asthma bei Kindern". Hallo Frau Dr. Krützfeldt!
Miriam, QualiMedic: Zuerst stelle ich Ihnen die beiden Fragen, die uns Nutzer vorab per E-mail geschickt haben.
Frederike_Kruetzfeldt: Guten Abend
Miriam, QualiMedic: Sehr geehrte Frau dr.med. Krutzfeldt, bei meinem Sohn Hannes (3 Jahre) wurde ein allergisches Asthma diagnostiziert. Er reagiert hochgradig allergisch auf Hausstaubmilben. Wir behandeln zur Zeit morgens und abends mit einem Cortisonspray, im Akutfall wird mit Salbuthamol inhaliert und wir haben Cortisonzäpfchensowei ein Notfallspray. Ein weiteres Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt findet leider erst Anfang November statt, so dass ich momentan für uns viele Fragen ergeben, die bisher noch unbeantwortet blieben. Inwiefern muss ich die Wohnung, insbesondere die Schlafummgebung "sanieren"? Kann ich mit Naturheilverfahren und/oder der Hömöopathie die Behandlung unterstützen? Wenn ja, wie? Wie groß ist die Chance, dass sich diese Form von Asthma "verwächst"? Für Ihre Hilfe danke ich Ihen schon jetzt recht herzlich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Frederike_Kruetzfeldt: Die Sanierung der Wohnung und Schlafumgebung ist sehr wichtig bei einer Hausstaubmilbenallergie. Zu empfehlen sind Matratzen aus Schaumstoff, die Sie einmal pro Woche absaugen, Bettwäsche regelmäßig wechseln und bei 95 Grad waschen, möglichst glatter Fußboden zum feucht wischen, evtl. encasing-Bezüge für die Betten verordnen lassen. Dies nur als Beispiel. Man kann versuchen mit homöopathischen Mitteln das Immunsystem zu stärken. Sie ersetzen aber keine Asthmatherapie. Zur Prognose: Man kann sagen, ein Drittel bleibt, ein Drittel wird besser, ein Drittel wird schlechter. Ich würde die Teilnahme an einer Asthmaschulung für Eltern und Kinder empfehlen. das sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Miriam, QualiMedic: Vielen Dank. Hier die zweite Frage:
Miriam, QualiMedic: Meine beiden Kinder,(Mädchen 19 und Junge 13)leiden mehrmals im Jahr an asthmatischen Anfällen, einhergehend mit ununterbrochenem Reizhusten, der sich bei meinem Sohn nachts bessert und bei meiner Tochter inzwischen chronisch verläuft, also Dauerhusten. Nach Abklärung beim Pulmologen / Allergologen ergab die Diagnose : allergisches Asthma. Auch nach mehreren Tests konnte uns nicht explizit mitgeteilt werden, gegen was die Kinder eigentlich allergisch sind. Beide wurde mit einem Notfall Aerosol ausgestattet - wenns alle ist - gibt es neues, das wars dann. Welche Möglichkeit gibt es noch meinen Kindern zu helfen ? Inhalationsgerät und Salbutamol ist eifrig im Gebrauch, wobei die Kinder sich beklagen, dass ihnen nach der Anwendung stark schwindelig wird, so dass wir morgens vor der Schule drauf verzichten.
Frederike_Kruetzfeldt: Da Ihre Kinder mit Salbutamol nicht auskommen, muss die medikamentöse Therapie erweitert werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine sogenannte Dauertherapie mit einem Schutzmedikament. Zum Beispiel einem Cortisonpräparat. Diese wirken antientzündlich und senken die Überempfindlichkeit der Bronchien. Nach ca. drei Monaten sollte erneut eine Lungenfunktionsprüfung zur Kontrolle durchgeführt werden und ggf. eine weitere Veränderung der Therapie besprochen werden. Auch Ihnen kann ich für Sie und die Kinder die Teilnahme an einer qualifizierten Asthmaschulung empfehlen.
Miali: Hallo Frau Dr. Krützfeld
Miali: kann ich sie etwas fragen?
Miriam, QualiMedic: ja, miali, was haben Sie für eine Frage?
Frederike_Kruetzfeldt: Hallo, stellen Sie Ihre Frage.
Miali: Ich habe ein Pferd und nehme meine Tochter (5 Jahre) oft mit in den Reitstall. Danach hustet Sie immer sehr viel. kann das zu Asthma führen?
Miali: Die Augen jucken auch manchmal, Sie wird wohl leider allergisch sein
Frederike_Kruetzfeldt: Vermutlich hat sie eine Allergie auf Pferdehaare. Dies sollten Sie austesten lassen. Es hört sich danach an, als würde sie mit asthmatischen Beschwerden reagieren.
Miali: wir haben auch einen hund, da gibt es keine allergischen reaktionen
Miali: danke
Frederike_Kruetzfeldt: Wenn sie auf Pferde allergisch ist, muss sie nicht gleichzeitig auf Hunde oder andere Tiere allergisch reagieren.
Miali: dann werde ich wohl einen allergietest machen lassen müssen
Miali: beim kinderarzt oder beim hautarzt?
Frederike_Kruetzfeldt: Sprechen Sie Ihren Kinderarzt an und fragen Sie, ob es bei ihm möglich ist. Ansonsten kann er Sie zum Hautarzt überweisen.
Miali: ich habe ein bisschen angst, meine nichte hat einen allergietest machen müssen und ihr ging es danach nicht gut, sie hatte sogar ein bisschen fieber. ist das normal?
Frederike_Kruetzfeldt: Fieber ist keine normale Reaktion auf einen Allergietest. Das war wahrscheinlich Zufall. Es gibt auch die Möglichkeit, Untersuchungen über eine Blutentnahme vornehmen zu lassen.
Frederike_Kruetzfeldt: Das ist in dem Alter vielleicht eher zu empfehlen.
Miali: ist die blutentnahme vielleicht auch genauer als der prickle?-test?
Frederike_Kruetzfeldt: Beide Tests sind aussagekräftig. Bei der Blutentnahme kann man jedoch eine genauere Aussage über die Stärke der Empfindlichkeit treffen.
Miriam, QualiMedic: Was kann man denn als Eltern tun, wenn man vermutet, dass das Kind einen Asthmaanfall hat, was ja einen Notfall bedeutet?
Frederike_Kruetzfeldt: Wenn es das erste Mal vorkommt und keine Medikamente zu Hause sind, muss das Kind unverzüglich bei einer Klinik oder bei einem Kinderarzt vorgestellt werden.
Miriam, QualiMedic: also den notarzt anrufen?
Frederike_Kruetzfeldt: Ansonsten sind Inhalationen mit einem Bronchien erweiternden Medikament erforderlich. Und ggf. auch die Gabe von Cortisonzäpfchen oder Tabletten.
Miriam, QualiMedic: Hat im Moment jemand eine Frage?
Miali: mein mann ist auch asthmatiker, kann es auch vererbt werden oder sich später entwickeln?
Miali: bei den kindern?
Miali: oder durch tierhaare etc. begünstigt werden?
Frederike_Kruetzfeldt: : Das Erkrankungsrisiko für atopische Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beträgt ca. 30 Prozent wenn ein Elternteil erkrankt ist.
Miriam, QualiMedic: Ich würde gerne nochmal auf die Asthmaschulungen zu sprechen kommen. Wie läuft sowas ab, was lernen die Kinder?Frederike_Kruetzfeldt: Es gibt ambulante oder auch stationäre Schulungen in Praxis und Kliniken. Die Kinder und Eltern lernen was Asthma ist., sie lernen damit umzugehen, sie erhalten Informationen über therapie und wie sie sich im Notfall verhalten müssen.
Miriam, QualiMedic: Zahlen diese Schulungen die Kassen?
Miriam, QualiMedic: Sollte jeder betroffene so eine Schulung mitmachen?
Frederike_Kruetzfeldt: die Asthmaschulungen werden von den Krankenkassen bezahlt, muß aber vorab gemehmigt werden.
Frederike_Kruetzfeldt: Ja, es ist jedem Asthmatiker und seiner Familie zu empfehlen, da wertvolle Informationen geliefert werden.
Miriam, QualiMedic: Hat noch jemand eine Frage?
Miali: kann ich meine tochter jetzt nicht mehr mit zum pferd nehmen??? dann wäre sie sehr traurig??? vielleicht sind es auch nicht die pferdehaare, sondern das Stroh oder heu?
Frederike_Kruetzfeldt: Ich würde sie vorerst nicht mehr mitnehmen solange das nicht geklärt ist. Es geht um die Gesundheit ihrer Tochter, die geht vorr
Miali: ja, sie haben recht. vielen dank. sie haben mir sehr geholfen!
Miriam, QualiMedic: ja, Frau Dr. Krützfeldt, dann möchte ich mich bei Ihnen bedanken für die wertvollen Informationen, die Sie uns geschrieben haben.
Miriam, QualiMedic: Tschüss
Frederike_Kruetzfeldt: Gerne.
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Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 23.12.2008
