EHEC & Schwangerschaft
Schwanger sollten wegen der EHEC-Gefahr zurzeit auf Rohkost verzichten (Foto: DAK/Hanuschke+Schneider)
Was sollten Schwangere beachten?
Seit der zweiten Maiwoche ist es in Deutschland vermehrt zu Infektionen mit dem so genannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) gekommen, welches durch das Enterohämorrhagische Escherichia Coli-Bakterium (EHEC) ausgelöst wurde. EHEC ist ein Bakterium, welches normalerweise im Darm von Tieren (z.B. bei Wiederkäuern) vorkommt. Es handelt sich um eine Sonderform der wichtigen Kolibakterien, die normalerweise im menschlichen Darm Nährstoffe spalten und für die Abwehr von Krankheitserregern sorgen. EHEC setzt jedoch beim Menschen gefährliche Giftstoffe frei, die die Blutzellen zerstören und lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können.
Symptome und Auftreten von EHEC
Symptome sind vor allem starke Bauchschmerzen und blutiger Durchfall. Die meisten Erkrankungen traten in Norddeutschland auf, aber auch aus Süd- und Ostdeutschland sind inzwischen Fälle bekannt. Bis zum Abend des 25.Mai 2011 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin zirka 214 Krankheitsfälle bekannt, darunter zwei Todesfälle. In Hamburg wurden betroffene Menschen befragt und es besteht der Verdacht, dass rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate Überträger des Erregers sein können, da die Erkrankten gegenüber den Gesunden auffällig mehr davon verzehrt hatten als die Vergleichsgruppe der gesunden Menschen. Deshalb empfiehlt das RKI und das Bundesinstitut für Risikobewertung vorsorglich bis auf Weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate vor allem in Norddeutschland nicht roh zu verzehren, da die Herkunft des Gemüses bisher unbekannt ist.
Sicherheitsmaßnahmen für Schwangere
"Da der Übertragungsweg von EHEC noch unklar ist, sollten die üblichen Hygieneregeln beachtet werden, sowie weitere Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere für Schwangere, getroffen werden:
- Gründliches Reinigen der Hände, aller Flächen und des Küchenwerkzeugs nach Zubereitung von rohem Fleisch.
- Handtücher, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, sollten bei mindestens 60° C gewaschen werden.
- Verzicht auf rohes Fleisch, Tartar, Mettwurst etc.
- Verzicht auf Rohmilch oder Rohkäse (auch Frischkäse)
- Fleisch nur sehr gut durchgegart verzehren, da der Keim beim Erhitzen über 70°C länger als 10 Minuten abstirbt
- Vorübergehend auf frisches, nicht abgekochtes Obst, Gemüse und Salat verzichten
Bis die Übertragungswege für die aktuellen Krankheitsfälle gefunden ist, sollte diese Empfehlung beachtet werden. Infektionen mit EHEC können starke Durchfallerkrankungen und im schlimmsten Fall Nierenversagen verursachen, die in der Schwangerschaft das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt deutlich erhöhen.
Weitere Informationen zum Thema:
Zur Übersicht aller News auf 9monate
Quelle:
Online-Informationen des Robert Koch-Instituts/Bundesministerium für Gesundheit: http://www.rki.de (Stand: 26.Mai 2011)
Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) : http://www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: 26.Mai 2011)
Autor: Miriam Funk
Letzte Änderung am: 27.05.2011
