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Erläuterungen zum Mutterpass

Erläuterungen zum Mutterpass

Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das der Schwangeren bei der ersten Vorsorgeuntersuchung ausgehändigt wird. Hier halten Ärzte die Ergebnisse aller Untersuchungen während der Schwangerschaft fest. Daher sollten werdende Mütter den Pass stets bei sich tragen. Er kann in einem Notfall den behandelnden Ärzten wichtige Informationen zum Gesundheitszustand der Schwangeren liefern.

Aufbau des Mutterpasses

Auf insgesamt 16 Seiten werden im Mutterpass unterschiedliche Aspekte des Gesundheitszustandes von Mutter und Kind dokumentiert. Der Verlauf der Schwangerschaft und mögliche Risiken können eingetragen und später abgelesen werden.

  • Seite 2: Untersuchung auf Röteln und Blutgruppenunverträglichkeit

    Erkrankt die Mutter während der Schwangerschaft an Röteln, kann das schwere körperliche und geistige Beeinträchtigungen des Kindes zur Folge haben. Mithilfe einer Blutuntersuchung wird daher untersucht, ob die Mutter ausreichend gegen eine mögliche Infektion geschützt ist. In einer weiteren Untersuchung werden die Blutgruppe und der Rhesusfaktor der Mutter festgestellt.

  • Seite 3: Untersuchungen auf Infektionen

    Auf der dritten Seite des Mutterpasses werden die Ergebnisse verschiedener Tests auf Infektionskrankheiten festgehalten. Dazu gehören unter anderem Infektionen mit Chlamydien, Syphilis, Hepatitis B, HIV und Toxoplasmose.

  • Seite 4: Zurückliegende Schwangerschaften

    Aus zurückliegenden Schwangerschaften können Informationen zu bestehenden Risiken gezogen werden. Daher wird auf der vierten Seite des Mutterpasses erfasst, ob es in der Vergangenheit bereits Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche, einen Kaiserschnitt, Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter oder andere Komplikationen gegeben hat.

  • Seite 5: Allgemeine Befunde und Bestimmung des Geburtstermins

    Im Rahmen einer gründlichen Untersuchung und Befragung wird der allgemeine Gesundheitszustand der Schwangeren festgehalten und geprüft, ob Risiken für die bestehende Schwangerschaft bestehen. Anhand des ersten Tages der letzten Regelblutung kann der Geburtstermin bestimmt werden. Oft wird dieser später bei einer Ultraschall-Untersuchung korrigiert. Der errechnete Geburtstermin dient jedoch nur zur groben Orientierung. Denn die meisten Kinder kommen einige Tage früher oder später zur Welt.

  • Seite 6: Besondere Befunde und Beratung

    Auf der sechsten Seite des Mutterpasses werden besondere Befunde wie Bluthochdruck, Blutungen, frühzeitige Wehen aber auch Drogen- oder Tabakkonsum der Schwangeren festgehalten. Ein Kriterienkatalog dient dem Arzt dazu, das Risiko der Schwangerschaft zu bewerten. Im Mutterpass wird auch dokumentiert, dass die Schwangere zu gesundheitlichen Fragen beraten wurde.

  • Seiten 7 und 8: Das Gravidogramm

    Diese Seiten geben einen Überblick über alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen. Dokumentiert werden hier unter anderem Bewegungen des Kindes und die die Lage des Kindes in der Gebärmutter, die Pulsfrequenz des Ungeborenen, der Gesundheitszustand der Mutter und die Ergebnisse der regelmäßigen Urinuntersuchungen. Die Einträge werden laufend aktualisiert.

  • Seite 9: Besondere Risiken und kardiotokographische Befunde

    Auf der neunten Seite des Mutterpasses werden Ergänzungen zu den beiden Risikokatalogen auf der fünften und sechsten Seite hinzugefügt. Zusätzlich wird mittels eines Kardiotokographen, einem kleinen Gerät mit Ultraschall-Kopf und Wehendruckmesser, die Herztöne des Babys und die Wehenbereitschaft der Gebärmutter überprüft.

  • Seiten 10 bis 13: Die Ultraschall-Untersuchungen

    Während der Schwangerschaft werden drei Ultraschall-Untersuchungen als Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Die Ergebnisse werden auf den Seiten 10 bis 13 des Mutterpasses festgehalten. Kommt es bei den Untersuchungen (Screenings) zu Auffälligkeiten, werden auch die Ergebnisse weiterer Untersuchungen an dieser Stelle dokumentiert.

  • Seite 14: Kurven für einen normalen Verlauf der Kindesentwicklung

    Auf dieser Seite tragen die behandelnden Ärzte die Ergebnisse der drei Ultraschall-Untersuchungen in eine Kurve ein. Daraus lässt sich ablesen, ob das Wachstum des Kindes normal verläuft.

  • Seiten 15 und 16: Abschließende Untersuchung und Gesamtbeurteilung

    Die Seiten 15 und 16 des Mutterpasses geben zunächst eine Zusammenfassung des bisherigen Schwangerschaftsverlaufs. Hinzu kommen Messdaten des Kindes wie Größe, Gewicht oder Lage vor der Geburt. Weitere Informationen zu Komplikationen im Wochenbett, einem bestehenden Dammriss oder zur Rückbildung der Gebärmutter werden eingetragen, bevor die Mutter aus der Klinik entlassen wird. Auch die Ergebnisse der Abschlussuntersuchung sechs bis acht Wochen nach der Geburt werden auf Seite 16 festgehalten.

Da der Mutterpass viele wertvolle Informationen enthält, sollte er auch noch in der Zeit nach der Geburt aufbewahrt werden. Die Daten sind auch noch für weitere Schwangerschaften von Bedeutung.



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Quellen:
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln: www.schwanger-info.de (Stand: März 2008)

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 18.05.2009
 
 
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