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Mittwoch, 26. November 2014

Vorurteile zu Einzelkindern, Nesthäkchen etc. - stimmen sie?

Hallo Miriam,
hier meldet sich dann mal ein Einzelkind mit einem Sandwichkind als Ehemann zu Wort :-P
Also bei mir stand immer schon fest, dass ich ein Einzelkind werde und auch bleibe. Aber da meine Eltern kurz vor meiner Geburt gebaut haben und damals finaziell falsch beraten wurden, war nicht viel mit verwöhnen und so.
Leider war ich damals viel bei meiner Oma, die auf mich ausgepasst hat, wenn meine Mutter gearbeitet hat. Sie hat mich von allen anderen abgeschottet, wollte mich nur für sich. Es war irgendwann so weit, dass ich nicht mal mehr zu ihr hin wollte.
Diese soziale Kompentenz fehlte mir die nächsten 18-22 Jahre sehr.
Somit hatte ich ziemliche Schwierigkeiten in der Schule, Freunde zu finden. Ich war grundsätzlich die, die gehänselt wurde und ein Außenseiter war.
Zum Glück haben meine Eltern mich immer unterstützt, wenn es um Sport in Vereinen ging. Das hat sicher viel wieder gut gemacht.
Außerdem habe ich mit 16 Freunde kennengelernt, die mich einfach so akzeptierten, wie ich war. Da konnte ich mir dann ganz in Ruhe den letzten Feinschliff an Sozialkompetenz holen.
Sicher habe ich als Einzelkind mehr Geschenke und auch Liebe / Aufmerksamtkeit von Eltern und Verwandten bekommen als Nicht-Einzelkinder, aber eine Freundin aus der Berufsschule hat mal zu mir gesagt, ich sei überhaupt nicht das typische Einzelkind. Das war mit das schönste Kompliment in meinem Leben.
Aber ich hatte auch das Gegenbeispiel in der Nachbarschaft. Ein Mädchen - mein Alter - war auch Einzelkind und später auch noch Scheidungskind. Sie wurde von hinten bis vorne den ganzen Tag verwöhnt. Egal was sie wollte, sie bekam es und wenn sie es nur wollte, weil ich oder eine andere Freundin es hatte.
Ich denke, das wichtigste ist, bei einem Einzelkind, es nicht zu viel alleine bei sich zu Hause zu haben. Man sollte viel rausgehen (Spielplatz oder) und auch zum Kinderturnen /-schwimmen gehen. Später sollte man auf jedenfall Vereinssport unterstützen.
An meinem Mann und auch an meiner Mutter habe ich gesehen bzw. gemerkt, dass es ganz schön ätzend und teilweise sehr verletzend sein kann, ein Sandwichkind zu sein.
Beide sind die Mittleren von Dreien.
Bei meiner Mutter war es so, dass ihre Ältere Schwester 5 Jahre älter ist und so schnell es ging, das Haus verließ. Die jüngere Schwester war Zeit ihres Lebens krank und wurde daher viel verhätschelt.
Meine Mutter war dann, wenn irgendein Mist passiert der Buhmann / die Schuldige, die den Anschiss kassierte.
Bei meinem Mann ist es so, dass man eindeutig merkt, dass der Älteste schon was besonderes für die Eltern ist, aber der Jüngste (6 Jahre jünger als mein Mann) ist das Nesthäckchen, das wirklich fast alles darf und mit fast allem durchkommt.
Da beschwerten sich meine Schwiegereltern bei uns über ihren jüngsten Sohn, aber es wurde nie hart durchgegriffen.
Am krassesten habe ich es einmal gemerkt, als sich alle geschlossen gegen uns gestellt haben.
Also ich stimme den anderen zu, dass sehr viel bei den Eltern liegt, denn was in jungen Jahren kaputt gemacht wird, kann man später nur sehr schwer wieder ausgeleichen.
Vg
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