Donnerstag, 23. Mai 2013

Schlafen

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Babys haben anfangs keinen festen Rhythmus und schlafen nach Bedarf
BananaStock

Kinder regenerieren beim Schlafen ihre geistigen und körperlichen Kräfte und verarbeiten die Eindrücke des Tages. Das Schlafverhalten und die Schlafdauer sind bei Kindern individuell häufig sehr unterschiedlich. Es ist wichtig, dass Kindern ihrem eigenen Bedarf entsprechend schlafen, denn zu wenig oder zu viel Schlaf kann das Wohlbefinden beeinträchtigen.

Schlafen in Schlafzyklen

Der Schlaf ist bei Kindern und Erwachsenen durch Schlafzyklen geprägt. Diese entstehen durch den regelmäßigen Wechsel von oberflächlichen (REM-Schlaf) und tiefen Schlafstadien (Non-REM-Schlaf). Zwischen diesen Schlafzyklen erwacht der Körper kurz, am Morgen fehlt jedoch in der Regel die Erinnerung daran. Beim Erwachsenen dauert ein Schlafzyklus zirka 90 bis 120 Minuten, beim Säugling ungefähr 50 Minuten.

Schlaf im ersten Lebensjahr

Die Dauer des Schlafs ist im ersten Lebensjahr sehr unterschiedlich, durchschnittlich schlafen Neugeborene 16 Stunden am Tag. Einigen reichen jedoch bereits 14 Stunden, während andere Babys bis zu 20 Stunden täglich schlafen. Während des Schlafens gehören rhythmische Bewegungen wie beispielsweise Kopfwackeln zum normalen Schlafverhalten von Babys.

In den Lebenswochen ist der Schlaf-Wach-Rhythmus noch nicht an den Tag-Nacht-Rhythmus gebunden. So schlafen Säuglinge gleichmäßig über den Tag und die Nacht verteilt, sodass Schlafzyklen nicht an die Nacht gebunden sind. Vor allem bedingt durch das Tageslicht passen Säuglinge ihr Schlafverhalten nach einigen Wochen - durchschnittlich nach zehn bis 15 Wochen - an den Tag-Nacht-Rhythmus an.

Nachdem der Rhythmus ausgebildet ist, schlafen Babys die Nächte durch. Das bedeutet, erst nach zwei Schlafzyklen von je drei bis vier Stunden erwachsen sie, sodass sie in der Nacht insgesamt sechs bis acht Stunden durchschlafen. Am Ende des dritten Lebensmonats schlafen 70 Prozent aller Säuglinge durch.

Eltern können den Schlaf-Wach-Rhythmus ihres Babys positiv beeinflussen, indem sie einen regelmäßigen Tagesablauf verfolgen. Es ist ratsam, dass Mahlzeiten, Aktivitäten wie Spaziergänge und Schlafenszeiten möglichst täglich zur gleichen Zeit erfolgen. Bestimmte Einschlafzeremonien wie eine Spieluhr erleichtern Säuglingen zudem das Einschlafen.

Schlaf im Kleinkind- und Kindergartenalter

Im Kleinkindalter benötigen Kinder durchschnittlich zwölf bis 13 Stunden Schlaf, im Kindergartenalter elf Stunden. Die Schlafdauer ist jedoch - wie im Säuglingsalter - individuell sehr unterschiedlich, sodass Kinder auch mehr oder weniger Schlaf benötigen können. Im Vergleich zum Säuglingsalter schlafen die Kinder vor allem tagsüber weniger: Im zweiten Lebensjahr sind zwei kurze Schlafzyklen am Tag die Regel, einige Kinder benötigen jedoch mit 24 Monaten bereits keinen Mittagsschlaf mehr. Andere Kinder machen noch während des Kindergartenalters einen Mittagsschlaf.

Im zweiten Lebensjahr wird der Drang nach Eigenständigkeit bei Kindern immer stärker, er wechselt sich jedoch sehr häufig mit einem großen Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung ab. So ist es bei Kleinkindern nicht ungewöhnlich, wenn sie plötzlich wieder nachts aufwachsen, nach den Eltern rufen oder bei ihnen im Bett schlafen möchten.

Zwischen dem dritten Lebensjahr und dem Vorschulalter entwickeln Kinder eine starke Vorstellungskraft. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie sind für viele Kinder während dieser Zeit fließend, sodass das Monster unter dem Bett oder das Gespenst hinter dem Vorhang gefürchtet werden und die Nachtruhe stören können. Zudem werden während dieser Zeit die Erlebnisse des Tages besonders stark in Träumen verarbeitet. Vor allem Fernsehen kann dabei zu Alpträumen führen. Es ist daher ratsam, dass Kinder nur Sendungen anschauen, die für ihr Alter geeignet sind. Am Abend empfiehlt es sich, gänzlich auf Fernsehen zu verzichten.

Schlaf im Grundschulalter

Im Grundschulalter spielt der Schlaf zusätzlich für die schulische Leistungsfähigkeit eine große Rolle. Unausgeschlafene Kinder können Probleme haben, sich zu konzentrieren oder kreativ zu sein und können nervös oder ängstlich werden. Chronischer Schlafmangel beeinflusst darüber hinaus das Wachstum und die Entwicklung des Kindes negativ. Der durchschnittliche Schlafbedarf beträgt im Grundschulalter zehn Stunden.

Mit Beginn der Schulzeit müssen Kinder einige Stunden am Tag stillsitzen und sich konzentrieren. Als Ausgleich ist regelmäßige Bewegung - am besten an frischer Luft - wichtig, um einen gesunden Schlaf zu fördern. Vor dem Zubettgehen empfiehlt es sich, den Schlafraum des Kindes zu lüften. Eine Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius ist optimal.

Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist im Grundschulalter besonders wichtig. Es ist ratsam, dass Eltern wochentags einen möglichst festen Rhythmus mit gleichen Zubettgehzeiten vorgeben und von diesen am Wochenende nicht zu stark abweichen. Zudem empfiehlt es sich, auf eine gesunde Schlafumgebung zu achten. Durch Licht oder Lärm kann der Schlaf des Kindes gestört werden, ein ruhiger, dunkler - eventuell mit einem Nachtlicht ausgestatteter - Schlafplatz ist daher zu empfehlen.

Autor: Theresa Nikley
Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2012
Quellen: Largo, Remo H.: Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper, München 2007 Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: Oktober 2008)

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