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Samstag, 28. Mai 2016
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Impfkalender für Kinder und Jugendliche

Impfkalender für Kinder und Jugendliche
Besonders in den ersten Lebensmonaten wird geimpft. Der Impfkalender nach Empfehlungen der STIKO hilft Ihnen, den Überblick zu behalten
Getty Images/iStockphoto

Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht regelmäßig den Impfkalender, welcher eine Übersicht darüber gibt, wann welche Impfungen empfohlen sind. Kinder und Jugendliche, die nach diesen Empfehlungen geimpft werden, erhalten einen optimalen Impfschutz.

Impfungen gehören zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen schwerer Infektionskrankheiten, die der Medizin zur Verfügung stehen. Es gibt in Deutschland zwar keine Impfpflicht, aber bei einer hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung ist es möglich, Infektionskrankheiten zumindest regional auszurotten.

Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist am Robert-Koch-Institut angesiedelt und besteht aus Experten, die zwei Mal jährlich Impfempfehlungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aussprechen. Die Kosten für Empfehlungen laut Impfkalender der STIKO werden in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die meisten Kinderärztinnen und Kinderärzte halten sich an die Empfehlungen aus dem Impfkalender der STIKO. Nur unter besonderen Umständen – zum Beispiel bei Vorerkrankungen – ist es sinnvoll, von den Impfterminen abzuweichen. In diesem Fall ist es möglich, eine sogenannte Nachholimpfung durchzuführen. Erläuterungen zu den Abkürzungen könnten Sie unter der Tabelle lesen.

 

Lebensmonat

Lebensjahr

Impfung gegen

2

3

4

11-14

15-23

2-4

5-6

9-11

12-17

Wundstarrkrampf*
(Tetanus)

G1

G2

G3

G4

N

N

A1

A2

Diphtherie*

G1

G2

G3

G4

N

N

A1

A2

Keuchhusten*
(Pertussis)

G1

G2

G3

G4

N

N

A1

A2

Kehldeckel-
entzündung
*
(Haemophilus
influenzae/Hib Typ b)

G1

G2 a)

G3

G4

N

N

 

Kinderlähmung*
(Poliomyelitis)

G1

G2 a)

G3

G4

N

N

A1

Hepatitis B*

G1

G2 a)

G3

G4

N

N

Pneumokokken

G1

 

G2

G3

N

 

Rotaviren

G2 e)

(G3)

 

 

Meningokokken C

 

G1 c)

N

Masern
Mumps
Röteln
(MMR)**

 

G1

G2

N

Windpocken***
(Varizellen)

 

G1

G2

N

Humane Papillomviren
(HPV)

 

im Alter von 9-14 Jahren empfohlen (SM)


Erläuterungen zum Impfkalender

A Auffrischimpfung: Diese sollte nach Möglichkeit mit einem Abstand von mindestens fünf Jahren zur vorhergehenden Impfung erfolgen.

G Grundimmunisierung aller noch nicht geimpften Kinder bzw. Vervollständigung eines nicht ausreichenden Impfschutzes.

SM Standardimpfung mit zwei bis drei Impfdosen für alle Mädchen, möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

a) Bei monovalenter Anwendung – das heißt, wenn der Impfstoff nicht in Kombination mit anderen Impfstoffen verabreicht wird – oder bei Verwendung eines Kombinationsimpftoffs ohne Pertussiskomponente kann die zweite Impfdosis entfallen.

b) Eine im Säuglingsalter nicht erfolgte Grundimmunisierung gegen Hepatitis B wird mit drei Impfdosen im Abstand von vier Wochen zwischen den ersten beiden sowie sechs Monaten zwischen der zweiten und dritten Impfdosis nachgeholt.

c) Eine Impfung gegen Meningokokken C ist ab dem 12. Lebensmonat empfohlen. Der Impfstoff sollte nicht gleichzeitig mit einem Impfstoff gegen Pneumokokken oder MMR sowie Windpocken gegeben werden.

d) Eine im Säuglingsalter nicht erfolgte Grundimmunisierung gegen Windpocken wird ab dem 13. Lebensjahr mit zwei Impfdosen im Abstand von mindestens sechs Wochen nachgeholt.

e) Die erste Impfung sollte im Alter von sechs Wochen erfolgen.

* Zwischen den ersten drei Impfdosen sollten mindestens vier Wochen liegen, zwischen der vorletzten und letzten mindestens sechs Monate.

** Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgt in der Regel mit einem Kombinationsimpfstoff. Zwischen den beiden Impfdosen sollten mindestens vier Wochen liegen.

*** Erfolgt die Windpocken-Impfung in Kombination mit der MMR-Impfung, ist eine zweite Impfdosis nach mindestens vier Wochen notwendig.

Mögliche Impfreaktionen

Nach einer Impfung kann es an der Einstichstelle zu Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit kommen. Neben diesen sogenannten lokalen Impfreaktionen können leichtes Fieber, grippeähnliche Beschwerden sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Diese Reaktionen sind normal und werden durch die Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff hervorgerufen. Die Impfreaktionen klingen in der Regel nach kurzer Zeit (innerhalb von 72 Stunden) von selbst ab.

"Impfkrankheit"

Ein bis vier Wochen nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff kann es zur sogenannten Impfkrankheit kommen. Bei Lebendimpfungen wird eine geringe Menge aktiver, aber in ihrer Wirkung stark abgeschwächter Viren der zu impfenden Infektionskrankheit injiziert. Kommt es nach einer solchen Impfung zur Impfkrankheit, ähneln die Symptome denen der geimpften Krankheit - in stark abgeschwächter Form.

Die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln, auch MMR-Impfung genannt, ist eine Impfung mit Lebendimpfstoff. Daher kann es nach der MMR-Impfung zu erhöhter Temperatur sowie leichten "Impfmasern" oder Schwellungen wie bei Mumps kommen.

Allergische Reaktionen

Allergische Reaktionen sowie schwere Impfkomplikationen treten sehr selten auf. Sie stehen eher in Verbindung mit Bestandteilen des Impfstoffs, also Hilfsstoffen oder Verunreinigungen, die bei der Herstellung des Impfstoffes entstehen können. Bei der Impfung gegen Influenza (Grippe) sollte beachtet werden, dass der Impfstoff Hühnereiweiß enthält.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. August 2015
Quellen: Bald, M. et al.: Kurzlehrbuch Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012 Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin, 34/2014; Presse-Mitteilung des Robert-Koch-Institut: 2+1 statt 3+1. Neue Impfempfehlungen der STIKO veröffentlicht. http://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2015/06_2015.html (Abruf: 25. August 2015)

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