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Mittwoch, 07. Dezember 2016
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Impfen

Impfen
Impfen schützt vor Infektionskrankheiten wie Masern und Mumps
BananaStock

Impfen ist eine medizinische Methode, Infektionskrankheiten, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, vorzubeugen. Dazu wird eine so genannte Schutzimpfung durchgeführt.

Dem Betroffenen wird per Injektion oder oral (Schluckimpfung) ein Impfstoff verabreicht, welcher den menschlichen Organismus gegen die gewünschte Infektionskrankheit  immunisiert. Wenn der Betroffene nach dem Impfen mit dem Erreger in Kontakt kommt, kann sein Körper die Erreger abwehren und die Krankheit nicht ausbrechen.

Eine Impfung wirkt folgendermaßen:

Wenn der menschliche Organismus mit gefährlichen Erregern infiziert wird, reagiert er mit mehreren Abwehrmechanismen, die als Immunsystem bezeichnet werden. Im Fall einer Infektion mit Krankheitserregern werden bestimmte Zellen gebildet, die sich das "Aussehen" der gefährlichen Erreger merken. Außerdem bildet er Antikörper, die den Erreger direkt bekämpfen. Kommt der Betroffene zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit dem Erreger in Kontakt, erkennt der Organismus diesen und bildet schnell die passenden Antikörper.

Eine Impfung macht sich diese Fähigkeit des Immunsystems zu nutze. Der Impfstoff enthält abgeschwächte oder tote Krankheitserreger, die im Organismus des Menschen Abwehrreaktionen auslösen. Nach der Impfung werden Antikörper und Zellen gebildet, welche die Informationen des Erregers speichern. Impfen löst keine Erkrankung aus, es kommt also in der Regel nicht zu Symptomen wie es bei der Infektion einer nicht immunen Person der Fall ist.

Je nach Impfstoff wird zwischen so genannten Tot- oder Lebendimpfstoffen unterschieden. Lebendimpfstoffe enthalten stark abgeschwächte lebende Mikroorganismen des Krankheitserregers. Unter einer Kombinationsimpfung versteht man die Gabe von mehreren Impfstoffen gegen unterschiedliche Infektionskrankheiten in einer einzigen Impfung. So können Ärzte zum Beispiel gegen Masern, Mumps und Röteln eine Kombinationsimpfung verabreichen, anstatt gegen jede Krankheit einzeln impfen zu müssen.

Durch eine Impfung wird nicht nur die geimpfte Person vor der Erkrankung geschützt. Auch nicht immunisierte Personen werden indirekt vor der Erkrankung geschützt, weil sie bei einer geimpften Person nicht ausbrechen und somit nicht auf andere übertragen werden kann.

Nebenwirkungen und Risiken des Impfens

Nebenwirkung des Impfens kann eine so genannte Impfreaktion sein. Als häufigste Erscheinungsbilder treten Rötungen, Schwellungen und Schmerzen im Bereich der Injektionsstelle auf. Nach der Kombinationsimpfung Mumps-Masern-Röteln treten diese Symptome beispielsweise in fünf Prozent der Fälle auf. Sie sind in der Regel eine Folge der Gewebsverletzung durch den Nadelstich oder eine Reaktion auf Impfbegleitstoffe. Auch eine erhöhte Temperatur innerhalb der ersten 72 Stunden nach dem Impfen sowie Abgeschlagenheit und Unwohlsein zählen zu den Impfreaktionen. Diese Impfreaktionen sind harmlos und verschwinden normalerweise von selbst. Bei Bedarf kann man die geröteten Stellen kühlen und Fieber über 39 Grad Celsius mit Wadenwickeln oder Fieber senkenden Medikamenten behandeln.

Nach deutschem Gesetz ist festgelegt, dass Betroffene von dem behandelnden Arzt vor jedem Impfen auf die möglichen Risiken hingewiesen werden müssen. Auch sehr selten auftretende Nebenwirkungen müssen erwähnt werden. Beim Impfen von Minderjährigen müssen die Eltern über Impfung und Risiken informiert werden.

Viele Eltern zögern wegen der möglichen Risiken, ihr Kind bereits in den ersten Lebensmonaten oder generell impfen zu lassen. Einige sind der Meinung, eine natürliche Ansteckung mit dem Erreger sorge auf natürliche Weise für eine Immunisierung und sei daher dem Impfen vorzuziehen. Hierbei lassen die Betroffenen außer Acht, dass eine Erkrankung nicht immer im Kindesalter ausbrechen muss und im Erwachsenenalter zu gefährlichen Komplikationen führen kann. Des Weiteren stellt eine Infektion stets ein Risiko für die Mitmenschen dar. Dies wird besonders dann problematisch, wenn immunschwache oder alte Personen angesteckt werden können.

Ein Argument gegen das Impfen ist oft die rückläufige Zahl von Erkrankungen wie Masern, Röteln oder Keuchhusten. Die Zahl der Infektionen geht jedoch in erster Linie zurück, weil so viele Personen dagegen geimpft werden. Je höher die Impfrate, desto geringer die Zahl an tatsächlichen Infektionen mit dem Erreger.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Krankheiten, die durch eine Schutzimpfung verhindert werden können:

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist eine eigenständige Abteilung des Robert Koch-Instituts. Sie veröffentlicht unter anderem aktuelle Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen und den so genannten Impfkalender, der Übersicht darüber gibt, wann welche Impfung durchgeführt werden sollte.

Die STIKO empfiehlt, ab dem zweiten Lebensmonat bestimmte Impfungen vornehmen zu lassen. Da viele Impfungen als so genannte Kombinationsimpfung durchgeführt werden, muss nicht für jede mögliche Erkrankung geimpft werden. Ärzte können so zum Beispiel eine Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) durchführen. Bei vielen Impfungen ist es notwendig, einige Zeit später oder in regelmäßigen Abständen eine Auffrischungsimpfung vorzunehmen, damit die Immunität erhalten bleibt. Der Impfschutz sollte im Erwachsenenalter regelmäßig kontrolliert werden, da gerade Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern im Erwachsenenalter gesundheitsschädigende Komplikationen auslösen können.

Den empfohlenen Impfungen sind Impftermine zugeordnet. Abweichungen von dem empfohlenen Impfalter sind möglich und unter Umständen notwendig. Die angegebenen Impftermine berücksichtigen die für den Aufbau eines Impfschutzes notwendigen Zeitabstände zwischen den Impfungen. Es wird empfohlen, dass die Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge und Kinder, die Schuleingangsuntersuchung, die Jugendgesundheitsuntersuchungen sowie die Untersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz für die Impfprophylaxe genutzt werden.

Beim ersten Impfen erhält das Kind einen Impfausweis oder Impfpass, in welchem Datum und Art der Impfung festgehalten wird. So haben Eltern und Arzt einen Überblick darüber, welche Impfungen bereits vorgenommen wurden und welche noch ausstehen.

Vor Antritt einer Reise beispielsweise in Länder, in denen ein erhöhtes Risiko besteht, an Malaria, Hepatitis B oder Tollwut zu erkranken, empfiehlt es sich, eine vorbeugend zu impfen, beziehungsweise die bestehende Immunität überprüfen zu lassen. Die Schutzimpfung sollte möglichst sechs bis vier Wochen vor Reiseantritt erfolgen.

Beratung und Informationen zu Ländern, die eine Reiseimpfung erfordern, gibt es zum Beispiel auf den Seiten des Robert Koch-Instituts oder der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit e.V.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. August 2016
Quellen: Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007 ; Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin, 30/2008; Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit e.V. (Stand 14.08. 2007); Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Durchführung von Schutzimpfungen und anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe (Stand: März 2008)

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