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Windeldermatitis

Windeldermatitis
Um einer Windeldermatitis vorzubeugen, wird häufiges Windelwechseln empfohlen
Getty Images/Wavebreak Media

Als Windeldermatitis bezeichnet man eine Entzündung der Haut im Bereich unter der Windel bei Kleinkindern. Verursacht wird dies nicht, wie der Name vermuten lässt, durch die Windel, sondern durch den Kontakt der Haut mit Stuhl und Urin.

Durch Windeln kommt nur wenig Luft an den Po, sodass ein feucht-warmes Klima entsteht, welches für Bakterien und Pilze einen Nährboden darstellen kann. Im ungünstigsten Fall kommt zur Windeldermatitis auch noch eine bakterielle oder eine Pilzinfektion (Windelsoor) hinzu.

Fast alle Babys leiden im Laufe ihrer Windelzeit einmal mehr oder weniger stark unter einer Windeldermatitis. Im Volksmund wird sie häufig einfach nur als wunder Po bezeichnet.

Ursachen der Windeldermatitis

Ursache der Windeldermatitis ist in erster Linie das feucht-warme Milieu in der Windel. Die Feuchtigkeit weicht die zarte Kinderhaut auf und schwächt somit die Schutzfunktion der Haut. Der Kontakt mit Stuhl und Urin reizt dann die geschwächte Haut zusätzlich. Manchmal kann deshalb etwas Durchfall oder ein verspäteter Windelwechsel ausreichen, um zu Hautveränderungen zu führen. Die Erfahrung zeigt, dass eine Windeldermatitis besonders häufig nach Nahrungsumstellungen, wie das erste Zufüttern von Karotten, bei Durchfall oder Infektionen in anderen Bereichen des Körpers auftritt. Auch eine hohe Zufuhr von Vitamin C aus Südfrüchten oder Fruchtsäften und scharfe Gewürze können bei Kindern Hauterscheinungen auslösen.

Symptome bei Windeldermatitis

Das Hauptsymptom einer Windeldermatitis ist eine Hautrötung, die meistens im Analbereich beginnt. Zusätzlich können sich kleine Knötchen und Schuppungen bilden und im geröteten Bereich offene und nässende Stellen entstehen. Wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, bilden sich einzelne größere, von einem roten Hof umgebene Knötchen oder Pusteln. Darauf können gelbliche Krusten aufgelagert sein. Wenn bereits eine zusätzliche Pilzinfektion vorliegt, bilden sich Knötchen und Pusteln, die in die Umgebung streuen und sich vermehren.

Der Arzt sollte aufgesucht werden, wenn sich ein wunder Po beim Baby trotz konsequenter Popflege nach einer halben Woche nicht gebessert hat oder die Rötung nicht mehr scharf begrenzt ist und sich Knötchen, Bläschen oder Krusten bilden.

Ärztliche Diagnose der Windeldermatitis

Die Diagnose einer Windeldermatitis kann durch das typische Erscheinungsbild gestellt werden. Um sie von anderen Krankheiten abzugrenzen, kann ein Abstrich gemacht werden und so eine bakterielle oder Pilzinfektion nachgewiesen werden.

Therapie der Windeldermatitis (Hausmittel)

Die Therapie der Windeldermatitis besteht hauptsächlich in einfachen Selbsthilfemaßnahmen beziehungsweise Hausmitteln.

  • Das Kind nicht nur bei einer vollen Windel, sondern nach jeder Mahlzeit wickeln.
  • Das Kind möglichst oft mit nacktem Po strampeln lassen, damit frische Luft an die gereizte Haut kommt. Dies sollte zumindest eine Stunde am Tag ermöglicht werden.
  • Den Po mit ölgetränkten Tüchern oder einem Waschlappen mit warmem Wasser waschen und anschließend vorsichtig trockentupfen. Dabei sollte keinesfalls gerieben werden. Ideal ist auch, den Po mit lauwarmer Luft trockenzuföhnen. Darauf achten, dass es nicht zu heiß wird! Kleine Jungs beim Fönen auf den Bauch legen, damit keinesfalls der Urinstrahl in den Fön geraten kann!
  • Zum Hautschutz kann während der Zeit des Wundseins eine zinkhaltige Creme verwendet werden. Keinesfalls sollte der Po gepudert werden.
  • Falls die Hautreizung nach einem Wechsel der Windelmarke oder des Waschmittels bei Stoffwindeln aufgetreten ist, sollte auf die vorherige Marke zurückgewechselt werden.
  • Ist die Hautreizung nach einer Nahrungsmittelumstellung, wie beispielsweise dem Zufüttern von neuen Lebensmitteln, aufgetreten, so sollte erst einmal inklusive intensiver Popflege abgewartet werden. Häufig gewöhnt sich der Körper an die neue Nahrung.

Nur wenn zusätzlich eine bakterielle oder Pilzinfektion besteht, müssen Medikamente in Form von Salben oder Badezusätzen, welche die Erreger abtöten, gegeben werden. Bei einer einfachen Windeldermatitis ohne weitere Infektion helfen die genannten Hausmittel meist sehr gut.

Wie verläuft die Windeldematitis?

Normalerweise geht ein wunder Po, wenn die Selbsthilfemaßnahmen beachtet werden, innerhalb weniger Tage zurück. Falls sich offene Wunden oder weiterführende Infektionen bilden, sollte der Arzt aufgesucht werden. Bei sich häufig wiederholender Windeldermatitis kann das Kind vom Arzt auf Allergien oder Immunerkrankungen untersucht werden.

Kinder mit Windeldermatitis können Rückfälle erleiden, wenn das im Darm sitzende Immunsystem beispielsweise durch Durchfall oder Antibiotika-Behandlung geschwächt wird. Wichtig ist in jedem Fall die sorgfältige Hautpflege, um keine weitere Infektion mit Bakterien oder Pilzen entstehen zu lassen.

Wie kann man vorbeugen?

Zur Vorbeugung der Windeldermatitis wird ein häufiger Windelwechsel empfohlen. Um die natürliche Hautflora nicht zu zerstören bzw. zu irritieren, sollte die Haut möglichst wenig und wenn dann nur mit hautneutralen Produkten gewaschen werden. Besser ist es, sie mit einem sanften Öl zu reinigen. Wenn doch gewaschen wird, muss die Haut gut getrocknet werden, da sie später in der Windel luftdicht verpackt ist. Außerdem sollte sich jedes Windelkind regelmäßig mit nackigem Po bewegen. Letztendlich sind die Maßnahmen, die bei Windeldermatitis ergriffen werden sollen, die richtigen um dieser auch vorzubeugen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Juni 2016
Quellen: Höfer, S., Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen.Gräfe und Unzer, München 2007; Renz-Polster Dr. H. et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel, München 2007; Online-Information der Kinder- und Jugendärzte des Landkreises Ludwigsburg: http://www.kinderaerzte-ludwigsburg.de/windeldermatitis.htm (Stand: März 2008)

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