HIV (AIDS) in der Schwangerschaft
Wenn die HIV-Infektion rechtzeitig bekannt ist, stehen die Chancen gut, dass Frauen ein gesundes Kind zur Welt bringen
(Foto: BananaStock)
Eine Schwangerschaft trotz HIV-Infektion (AIDS) ist möglich. Jedoch kann das Virus von der Mutter auf verschiedenen Wegen auf ihr Kind übertragen werden. Sofern die Infektion rechtzeitig erkannt wird, ist es jedoch möglich, das Risiko einer Ansteckung für das Kind stark zu verringern. AIDS wird durch das HI-Virus (HIV) hervorgerufen. Für die Erkrankung existieren bislang weder Impfstoffe noch Heilmittel.
Wie wird HIV (AIDS) in der Schwangerschaft auf das Ungeborene übertragen?
Welche Folgen hat eine HIV-Infektion (AIDS) für den Verlauf der Schwangerschaft?
Wie kann einer Übertragung von HIV auf das Kind vorgebeugt werden?
Wie wird HIV (AIDS) in der Schwangerschaft auf das Ungeborene übertragen?
Deutschlandweit werden pro Jahr etwa 20 Kinder von HIV-infizierten Müttern entbunden. Eine Ansteckung erfolgt dabei meist kurz vor oder während der Geburt, ist jedoch auch beim Stillen über die Muttermilch oder schon während der Schwangerschaft in der Gebärmutter möglich. Es kann jedoch auch sein, dass das Kind sich überhaupt nicht mit dem HI-Virus ansteckt.
Bereits im Körper der Mutter kann das Virus über die Plazenta (Mutterkuchen) zum Ungeborenen in die Gebärmutter gelangen. Auch ein vorzeitiger Blasensprung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Während der Geburt besteht das Ansteckungsrisiko über Scheidensekret oder das Blut der Mutter, mit dem das Kind durch Verletzungen im Geburtskanal in Kontakt geraten könnte. Des Weiteren können Viren auch über die Muttermilch in den Körper des Babys gelangen.
Welche Folgen hat eine HIV-Infektion (AIDS) für den Verlauf der Schwangerschaft?
Während der Schwangerschaft einer HIV-infizierten Mutter kann es beim Ungeborenen zu einem verzögerten Wachstum kommen. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für vorzeitige Wehen oder Frühgeburten. Grund hierfür können beispielsweise Infektionen oder soziale Konflikte sein. Gleichzeitig bedeutet eine Schwangerschaft für die Frau in den meisten Fällen auch eine Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Eine Schwangerschaft in Kombination mit einer HIV-Infektion wird daher als Risikoschwangerschaft eingestuft, was bedeutet, dass der Gesundheitszustand von Mutter und Kind häufiger kontrolliert wird.
Wie kann einer Übertragung von HIV auf das Kind vorgebeugt werden?
Das Risiko einer Übertragung des HI-Virus von einer infizierten Mutter auf ihr ungeborenes Kind kann stark verringert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Infektion der Mutter bekannt ist. Vor dem Hintergrund der möglichen Komplikationen ist es daher sinnvoll, dass sich HIV-positive Schwangere in einer auf ihre Bedürfnisse spezialisierte Einrichtung betreuen lassen und dort ihr Kind zur Welt bringen.
In Deutschland sind nicht viele Frauen mit dem HI-Virus infiziert, doch wissen die Betroffenen nicht immer von ihrer HIV-Infektion. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird zu Beginn der Schwangerschaft ein HIV-Test auf freiwilliger Basis durchgeführt. Stellt sich hierbei heraus, dass die Schwangere HIV-positiv ist, kann sie ab der 32. Schwangerschaftswoche antivirale Medikamente erhalten. Daneben wird anstatt der natürlichen Geburt auch ein vorzeitiger Kaiserschnitt in der 37. Schwangerschaftswoche empfohlen, um das Infektionsrisiko bei der Geburt für das Kind zu reduzieren.
Gleich nach der Geburt wird das Neugeborene ebenfalls mit antiviralen Medikamenten behandelt. Auch wenn das Stillen generell gesundheitsförderlich ist, müssen HIV-positive Mütter darauf verzichten, da auch über die Muttermilch für das Baby die Gefahr der Ansteckung besteht.
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Quellen:
Diedrich K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Heidelberg, Springer 2007
Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), Köln: http://www.gesundheitsinformation.de
Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: http://www.frauenaerzte-im-netz.de
Autor: Jessica Schmid
Letzte Änderung am: 26.10.2009
