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Akupunktur bei der Geburt

Mit Hilfe der Akupunktur ist es möglich, den Wunsch nach einer sanften Geburt ohne Medikamente zu erfüllen. Drei unabhängige Studien, die in Mannheim, Homburg und Köln durchgeführt wurden, haben nachgewiesen, dass Akupunktur sowohl auf die Schmerzempfindung und auf die Geburtsdauer als auch auf die Rückbildung der Gebärmutter einen positiven Einfluss besitzt.

Mannheimer Studie
Die positive Wirkung von Akupunktur auf den Geburtsverlauf wurde in einer Studie in Mannheim nachgewiesen. Etwa 800 schwangere Frauen wurden in die Studie einbezogen. Es wurden drei Gruppen gebildet: Gruppe 1 erhielt ab der 36. Schwangerschaftswoche eine tonisierende Akupunktur, Gruppe 2 erfuhr eine psychologisch ausgleichende Akupunkturbehandlung, und bei Gruppe 3 erfolgte keine Akupunkturbehandlung.

Das Ergebnis der Studie: Die Geburt dauerte bei den Frauen ohne Akupunkturbehandlung um etwa zwei Stunden länger als bei den Frauen, die eine tonisierende Akupunktur in Anlehnung an die chinesische Form der Geburtsvorbereitung erhalten hatten und etwa eine Stunde länger im Vergleich zu den Frauen, die mit der ausgleichenden Akupunktur behandelt worden sind. Der Geburtstermin wurde durch die Akupunktur nicht beeinflusst. Die Wirkung der tonisierenden morphologischen Akupunktur ist anscheinend längerfristig und scheint die Wehenkoordination zu verbessern. Eine Nebenwirkung der Akupunktur sind deutlich stärkere Kindbewegungen bis zu einer Stunde nach der Akupunktur.

Homburger Studie
Mediziner der Universitäts-Frauenklinik Homburg entdeckten darüber hinaus, dass das Naturheilverfahren auch die Rückbildung der Gebärmutter positiv beeinflusst. Die Homburger Ärzte behandelten während ihrer Studie Wöchnerinnen vom zweiten bis zum fünften Tag nach der Entbindung einmal täglich mit Akupunktur. Frauen einer Vergleichsgruppe bekamen die üblichen Medikamente zur Förderung der Gebärmutter-Rückbildung. Der Rückbildungseffekt war in beiden Gruppen in etwa gleich groß. Die Akupunktur ist also eine gute Alternative zur medikamentösen Behandlung.

Kölner Studie
Dr. Michaela Gross kommt in einer Untersuchung, die sie an der Medizinischen Fakultät der Universität Köln angefertigt hat, zu dem Ergebnis, dass durch Akupunktur bei der Geburt eine gute Entspannung und Schmerzlinderung erzielt wird, ohne dass das Bewusstsein und das Erleben der Geburt behindert wird.

Dr. Gross fand heraus, dass es in der Geburtshilfe für die Akupunktur verschiedene Anwendungsmöglichkeiten gibt: Akupunktur wird sowohl bei der Geburtsvorbereitung als auch für die Geburtserleichterung eingesetzt. Damit wird eine Verkürzung des Geburtsverlaufs und zugleich eine möglichst sanfte Art der Entbindung angestrebt. Akupunktur ermöglicht zugleich eine Verbesserung der Stimmungslage der Patientinnen. Da die Akupunkturpunkte in der Geburtsvorbereitung eine psychische Wirkung haben, wird den Patientinnen die Angst vor der Entbindung genommen. Sie zeigen sich nach der Akupunkturbehandlung (ein- bis zweimal pro Woche), die einen Monat vor dem errechneten Termin durchgeführt werden sollte, weitaus gelöster. Nach der Geburtsvorbereitung haben die Patientinnen in der Austreibungsphase noch viel Kraft zur Verfügung. Weiterhin synchronisiert die Akupunktur den Wehenverlauf, harmonisiert die Wehenabfolge und ermöglicht so eine raschere und komplikationslosere Eröffnung des Muttermundes.

Bei der Geburtseinleitung wird vor allem versucht, Einfluss auf die Wehentätigkeit zu nehmen. Dabei zeigt sich, dass mit Hilfe der Akupunktur Wehen sowohl ausgelöst als auch gehemmt werden können. Der Akupunktur-Einsatz bei Wehenschwäche bietet eine weitere Möglichkeit, Einfluss auf den Geburtsverlauf zu nehmen. Wenn die Wehentätigkeit nicht in effektiver Form aufgenommen wird, werden bisher Wehentropfen mit Oxytocin verabreicht. Demgegenüber können die Wehen mit Akupunktur gefördert werden, wodurch der Eigenrhythmus der Wehen wieder hervorgerufen wird. Damit wird erreicht, dass die werdende Mutter nicht durch überstimulierte Wehentätigkeit erschöpft wird.

Positiver Einfluss ohne Nebenwirkungen
Der Einsatz von Akupunktur bei der Geburtshilfe ist nebenwirkungsfrei und bietet immer die Möglichkeit, wieder zu konventionellen Formen überzugehen. Obwohl keine absolute Schmerzfreiheit erreicht wird, zeigen die Untersuchungen, dass eine eindeutige Schmerzlinderung erzielt und die Akupunktur von den Patientinnen als positiv und hilfreich empfunden wird.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
 
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